Begrüßungsgeld für Erstsemester
 

von Sandra Berkling

Wer die heiligen Hallen der Kölner Uni zwecks ernsthafter Aufnahme eines
ordentlichen Studiums zu betreten gedenkt, darf sich vielleicht schon bald
auf eine kleine Aufmerksamkeit der Stadtverwaltung freuen. Momentan wird
nämlich im Stadtrat darüber diskutiert, denjenigen Erstsemestern ein
Begrüßungsgeld zukommen zu lassen, die Köln als ihren Erstwohnsitz anmelden.

Der Sinn dieses Unternehmens erschöpft sich natürlich nicht in reiner
Menschenliebe zu den Studienanwärtern, schließlich hat derzeit keine der
finanziell ausgebluteten Kommunen die Spendierhosen an. Bei der Debatte über
ein Begrüßungsgeld spielt vielmehr die Überlegung eine Rolle, daß die Stadt
für jeden angemeldeten Wohnsitz Gelder vom Land Nordrhein-Westfalen
einstreicht und somit ihre leeren Kassen füllen könnte.

Die vom Stadtkämmerer zuvor eingebrachte Idee einer Zweitwohnsteuer ist
damit vom Tisch. Diese Steuer hätte sämtliche Einwohner Kölns belastet, die
die Rheinmetropole nur als ihren Zweitwohnsitz angemeldet haben. Nun hat
sich die Einsicht durchgesetzt, das Angenehme mit dem Nützlichen zu
verbinden, nur um das "Wie" wird noch hartnäckig gerungen. Konkrete
Beschlüsse konnten bisher nicht gefasst werden, die Höhe des
Begrüßungsgeldes sowie ein Termin, an dem mit der Einführung des Präsents zu
rechnen wäre, sind noch völlig unklar.

Finanzspritzen dieser Art verdanken ihren Ursprung übrigens nicht dem
Erfindungsreichtum der Kölner Stadtverwaltung, sondern sind bereits in
Städten wie z.B. Osnabrück bekannt. Dort dürfen Erstis seit kurzem einen
Gutschein über 100 Euro in Empfang nehmen, wenn sie Osnabrück als ihren
Erstwohnsitz angeben.


 
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