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AIESEC - Länder, Sprachen, Kulturen, Praktika, Freunde, Studenten, Teamarbeit |
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von Özlem Aydogan (Fotos: Mario Stockmann)
Nicole: AIESEC ist die größte Studentenorganisation, die in mehr als 80 Ländern vertreten ist. Wir haben 30.000 Studenten, die bei AIESEC aktiv mitarbeiten. SpiriTV: Was für eine Aufgabe bzw. Idee steckt hinter AIESEC? Nicole: Hauptaufgabe ist die Organisation des Praktikantenaustausches. Wir denken, dass durch diesen Austausch mit den unterschiedlichen Kulturen die Studenten die Möglichkeit haben sehr viel Persönliches mitzunehmen bzw. sehr viel für sich selber zu lernen. Sie können dadurch ihre Persönlichkeit entwickeln und später mehr Verantwortung übernehmen, einfach eben durch die ganzen Lernerfahrungen, die sie durch den Bereich Teamarbeit haben, durch das Treffen und Kennenlernen von anderen Kulturen und den Unterschieden und Gemeinsamkeiten untereinander. "Ohne AIESEC wäre das Studentenleben nicht so interessant."
SpiriTV: Bei welchen Firmen arbeiten die Praktikanten? Nicole: Das ist unterschiedlich. In Köln sind das beispielsweise die KPMG, Gerling, die Stadtsparkasse Köln etc. Aber nicht nur solche großen Firmen werden angesprochen, sondern auch andere mittelständische Unternehmen, die Praktikumsstellen besetzen möchten. SpiriTV: Aus welchen Ländern kommen die Studenten überwiegend? Nicole: Überwiegend in letzter Zeit aus Osteuropa und aus Mittelamerika, weil die meisten Firmen von uns verlangen, dass die Praktikanten sehr gute Deutschkenntnisse haben, und da hat man einfach die besten Möglichkeiten. "Community - Internationalität - Praxis!" SpiriTV: Wie werden die Praktikanten untergebracht? Nicole: Sie werden in Wohnungen vom Studentenwerk, die wir angemietet haben untergebracht oder in freistehenden WG-Zimmern, die man für einen gewissen Zeitraum übernimmt. SpiriTV: Was für ein Programm wird den Studenten geboten? Nicole: Alle Studenten, die sich für ein Austauschprogramm bzw. für ein Austauschpraktikum interessieren, werden von uns persönlich ausgewählt. Sie werden durch die Lokalkomitees auf das Praktikum vorbereitet, d.h. es gibt ein kulturelles Vorbereitungsseminar. Das ist ein Wochenende, wo man einfach lernt, was eine Kultur ausmacht, wie man mit einem Kulturschock umgeht, was man mit Heimweh macht etc. Sie bekommen auch von den Lokalkomitees Informationen über das Land, wo sie hingehen, Erfahrungsberichte von anderen Praktikanten, die schon mal da waren. Man kann auch finanzielle Unterstützung beim DAAD beantragen und man kann auch an allen Aktivitäten des Lokalkomitees teilnehmen und wenn sie im Ausland sind sich um die Praktikanten kümmern mit denen Wocheendaktivitäten machen oder abends mit ihnen ins Restaurant oder ins Pub gehen, so dass auch wirklich Leute da sind, die sich um einen kümmern. SpiriTV: Was sind das genau für Wochenendaktivitäten? Nicole: Das ist unterschiedlich. Es sind z.T. Seminare, wo man inhaltliche Dinge lernt und zum anderen einfach Spaß machen, wie z.B. Stadtrundfahrten, Ausflüge oder ins Land rausfahren und dort andere Praktikanten kennenlernen. "Selfrealisation, friends, international. The place
which provides you possibilities which you're missing in university and
besides that the place to meet good friends and internationals."
Nicole: Voraussetzungen sind das Vordiplom und sehr gute Sprachkenntnisse, vor allen Dingen Englisch und eine zweite Fremdsprache wäre von Vorteil. Man sollte schon gewisse Vorkenntnisse in dem Bereich mitbringen, in dem man auch ein Praktikum machen möchte. Das Programm kostet zur Zeit 430,- DM, wo allerdings eine Kaution von 200,- enthalten ist, das man dann aber nach Abschluss des Praktikums wiederbekommt. Die Dauer der Praktika ist unterschiedlich, zwischen 8- 78 Wochen je nach Wunsch und wird den landesüblichen Gegebenheiten nach vergütet. SpiriTV: Wie viele werden pro Jahr vermittelt? Nicole: Nach Köln kommen ca. 20-30 Praktikanten pro Jahr. Insgesamt werden ca. 3.000 Studenten vermittelt. SpiriTV: Gibt es eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen? Nicole: Spärlich, da man in der internen Organisation sehr viel zu tun hat und die Organisation an sich sehr unterschiedliche Ziele und Mitarbeiter haben. Potential besteht natürlich schon, vor allem könnte man da mit anderen Universitäten noch enger zusammenarbeiten, um das Engagement von den Studenten im allgemeinen zu fördern. "…is the only way to have 30.000 friends all around
the word." SpiriTV: Wie finanziert Ihr Euch? Nicole: Es gibt einen Förderkreis, der AIESEC jährlich mit unterschiedlichen Beträgen unterstützt. Ansonsten sind wir ein gemeinnütziger Verein und können keine großartigen Gewinne machen. Aber wenn wir Projekte oder Konferenzen organisieren, versuchen wir da was zu machen oder wir bekommen Spenden im allgemeinen, um die Lokalkomitees zu unterstützen. Natürlich finanzieren wir uns auch von den Studenten, die wir ins Ausland schicken oder von den Spenden der Firmen unserer Praktikanten. SpiriTV: Gibt es Studentenjobs bei AIESEC? Nicole: Nein. Wir haben hier nur ehrenamtliche Tätigkeiten, die die Studenten freiwillig und privat machen, um was persönlich für sich zu lernen.
Nicole: Es gibt in der Uni einmal jeweils am Anfang des Semesters, eine Informationsveranstaltung, wo wir über die Mitarbeit informieren. Wir haben jeden Montag um 21 h unseren Stammtisch im Heller's. Ansonsten einfach im Büro vorbeikommen, kurz vorher anrufen oder im Internet auf die Homepage gucken, welche Termine anstehen. Ansonsten gibt es verschiedene Events, z.B. Treffen mit den Praktikanten oder Projekte, an denen auch andere Studenten teilnehmen können. SpiriTV: Was für Projekte zum Beispiel? Nicole: Im letzten Jahr hatten wir z.B. ein großes Projekt - Afriglobe. An einem Wochenende haben wir Vertreter aus Politik und Wirtschaft in die Eifel eingeladen, die besondere Kenntnisse über Afrika und die Wirtschaft in Afrika hatten. Es waren ca. 30 Studenten aus Afrika und ca. 30-40 Studenten aus Deutschland mit dabei, die ein Wochenende über die Chancen von Afrika in der Zukunft unter den wirtschaftlichen Gegebenheiten diskutiert haben. Es gab verschiedene Diskussionsgruppen und natürlich wurde die deutsche und die afrikanische Kultur z. B. durch Tänze und Musikgruppen vorgestellt. SpiriTV: Können Nichtmitglieder an allen Projekten teilnehmen? Nicole: Unterschiedlich. Eigentlich wollen wir, dass jeder an diesen Projekten teilnehmen kann. Aber es gibt auch "interne Schulungen" von AIESEC, die auch von uns selber organisiert werden und die dazu dienen die Mitarbeiter auszubilden. SpiriTV: Oft sprecht Ihr auch nur Englisch hier, oder? Nicole: Nicht nur, wie gesagt sind wir international. Heris z.B. spricht hauptsächlich Englisch mit uns, weil er das besser kann. Sprachlich gesehen kann man von den Praktikanten in den verschiedenen Sprachen profitieren. Es gab auch mal eine spanische Mitarbeiterin, die auch einen Spanisch- und Tanzkurs gegeben hat für uns oder die Leute kochen Spezialitäten aus ihren Ländern. "Amazing network of people different perspectives and
new ideas!" SpiriTV: Was könnte besser sein? Nicole: Bei der Mitarbeiterbetreuung und -entwicklung könnte man was machen. Da wir ein großes Lokalkomitee sind, sollte man sich mehr auf die einzelnen Leute konzentrieren und auch ein bisschen mehr Interesse für die Praktikanten und das Kennenlernen der Praktikanten und der internationalen Geschehnisse fördern. Gerade bei einer Organisation wie AIESEC, die nach dem 2. Weltkrieg gegründet worden ist, sollte man mehr Aktivitäten starten, um weiterhin noch eindringlicher Verständnis zwischen den Kulturen zu fördern mit der Idee eines umfangreichen Praktikantenaustausches. "Organisation, in der man vielseitige Erfahrungen machen
kann. Nämlich Völkerverständigung, Toleranz, Teamfähigkeiten, Unternehmensführung,
Verantwortung." SpiriTV: Was studierst Du ? Nicole: BWL. Der Großteil der Teilnehmer bei uns sind BWLer, was aber nicht heißt, dass wir uns nur an diese Fachrichtung wenden. AIESEC ist für alle Fachrichtungen offen. In letzter Zeit haben wir auch viele Studenten, die Regionalwissenschaften, Mathe, Anglistik, Philosophie etc. studieren. SpiriTV: Wie bist Du zu AIESEC gekommen? Nicole: Ich hatte zwei Freundinnen, die ich durch die Ausbildung vorher schon kennengelernt habe und die auch schon bei AIESEC waren. Es hat mir gefallen hier mitzuarbeiten. Gerade wenn man nach Köln kommt und noch nicht viele Leute kennt, ist das eine gute Gelegenheit. SpiriTV: Hast Du dadurch Zeit verloren? Nicole: An der Uni habe ich dieses Jahr 1 Semester verloren, aber da ich seit 2 1/2 Jahren dabei bin, nimmt man das in Kauf. Ich denke einfach, dass man hier Dinge mitnimmt, die man allein durch die Theorie in der Uni nicht lernen kann, und das ist es mir wert. "An opportunity to interact with so many different
ways of thinking and by itself a challenge to be a better person." SpiriTV: Hast Du auch ein Praktikum gemacht? Nicole: Nein, weil ich noch kein Vordiplom habe. Ich will aber auf jeden Fall eins machen. Ganz am Anfang meiner Mitarbeit war ich eine Woche in Irland mit 50 Studenten aus ca. 20-30 Ländern. Es gibt verschiedene Konferenzen im Jahr, wo Studenten mitfahren können. Ich war privat in Brasilien mit Freunden, die ich hier kennengelernt habe. Da gibt es aber noch mehr Möglichkeiten. Jeder Mitarbeiter bei AIESEC kann auch ein internes Austauschprogramm mitmachen und eine zeitlang im Ausland für ein Lokalkomitee mitarbeiten. So wie das beim Heris der Fall ist, der bei uns im Vorstand ist und aus der Slowakei kommt. SpiriTV: Was hat AIESEC Dir persönlich gebracht? Nicole: Mir zum einen, dass ich wahnsinnig viele Leute und Kulturen in Deutschland und im Ausland kennenlernen konnte, was ich immer gerne wollte, weil ich mich für Sprachen und andere Länder immer schon interessiert habe. Durch die Mitarbeit im Vorstand vor allem, wie man ein Team führt, wie man mit einem Team zusammenarbeitet, wie man Lokalkomitees und strategische Dinge plant. Konfliktmanagement. Das sind natürlich auch Sachen, die man später auch im Job brauchen kann. "Organisation, die uns ermöglicht "soft skills" zu
entwickeln, die wir uns später nicht zutrauen weiterzuentwickeln." SpiriTV: Ihr habt heute Abend Wahlen gehabt? Wer wurde gewählt? Nicole: Wir haben heute den neuen Vorsitzenden und den neuen Finanzmann gewählt. Ab dem 1. April ist Paul unser Vorsitzender und Axel unser Finanzmann. SpiriTV: Vielen Dank. Mehr Infos zu AIESEC findet ihr unter http://www.de.aiesec.org/koeln.
Bilder von der Wahl:
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