Demonstration gegen die Einführung von Studiengebühren Samstag, 08.06.2002 in Düsseldorf

 

von Guido van Geenen

Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof startete pünktlich um 13.30 Uhr der Demonstrationszug Richtung Rhein. Durch die Innenstadt und über die Kö ging es über einige Schleifen zur Abschlusskundgebung auf dem Burgplatz.

Das Ziel war klar: Der Öffentlichkeit und vor allem der Landesregierung sollte vor Augen geführt werden, dass sich die Studierenden nicht einfach abkassieren lassen. Besonders widersprüchlich war laut Meinung der Demonstrierenden die Tatsache, dass die fraglichen Gelder nicht der Bildung sondern dem desolaten Landeshaushalt zugute kommen sollen.

Zum anderen stand die pauschale Art der Gebührenerhebung in der Kritik. Die meisten Demonstrierenden sahen einen drastischen Verstoß gegen Gerechtigkeitsprinzipien darin, dass Gebühren einkommens-unabhängig erhoben werden sollen. Dies führe zu einer klaren Benachteiligung von Studierenden aus finanziell schwächeren oder kinderreichen Familien.

Ebenso der Plan der "Strafgebühren" gegen sogenannte Langzeitstudenten geriet ins Kreuzfeuer. So seien beispielsweise Studierende mit Kind gleich doppelt benachteiligt. Zu der Fürsorge, die das Kind benötige, käme der zusätzliche finanzielle Aufwand durch die Mehrkosten eines längeren Studiums. Dadurch würden Studierende mit Kind oder solche, die ihr Studium zeitaufwendig selbst finanzierten, aus den Unis gedrängt.

Die Kritik am Vorhaben der Landesregierung wurde auf unzähligen Transparenten, Flugblättern, Schildern und sogar auf der nackten Haut, da "das letzte Hemd" gegeben sei, laut. Für den nötigen Geräuschpegel sorgten neben den Sprechchören und Trillerpfeifen-Konzerten auch einige Demo-Wagen, so dass die erfahrenen Demonstranten mit Oropax zu beneiden waren.

Ab Beginn der Kundgebung war auch klar, dass das Wetter auf der Seite der Studierenden war. Die Sonne schien durch bis zur Abschlusskundgebung auf dem Burgplatz gegen 17.00 Uhr. Hier fanden seitens der Veranstalter Ansprachen an die Demonstranten statt. Nachdem auch diese beendet waren, zerstreuten sich die Studierenden langsam.


Guido van Geenen

 

 
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