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Erstsemester in Köln: "Einen Plan hatte ich ..."

 

von Sabine Caffier

Einen Plan hatte ich: Am besten erstmal jede Informationsveranstaltung für meine gewählten Fächer Philo, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften und Anglistik mitnehmen, dachte ich mir. Und so ging es schon am 9. Oktober los mit der Uni und dem Leben als Erstsemester, vom Gefühl her wahrscheinlich vergleichbar mit dem eines Schulanfängers.

Waren es an den ersten beiden Tagen noch recht überschaubar große Gruppen, die sich über das gesamte Uni-Gelände verstreuten, so bewegten sich am Tag des allgemeinen Semesterbeginns wahre Massen auf das Hauptgebäude zu. Klar, die Begrüßung an der Uni durch den Rektor stand an, doch schon musste ich zugunsten der Einführung in die FFF (oben schon genanntes Fach und ausgesprochen wie Toffifee) ausfallen lassen. Nicht weiter tragisch, wie man uns sofort versicherte, da ja erstens der Rektor jedes Jahr seine Begrüßungsrede halte, und zweitens die Infos für unser Fach weitaus wichtiger seien. Sehr beruhigend, muss ich hierbei anmerken, war das Eintreffen eines mir bereits bekannten Menschen, den ich schon bei der - natürlich genauso wichtigen - Infoveranstaltung für Anglistik kennengelernt hatte, denn alleine unter so vielen Fremden lebt es sich nun doch nicht so gut. Aber da ja eigentlich jeder am liebsten jeden kennenlernen möchte und die gemeinsame Raumsuche in diesem Wirrwarr der mit römischen oder arabischen Zahlen und durch Buchstaben gekennzeichneten Hörsäle schon zusammenschweißt, ist man eigentlich gar nicht so alleine, wie ich zuerst gedacht hatte.

Lang und breit wurde uns allen natürlich erstmal mitgeteilt, wie wundervoll doch das jeweilige Fach sei, und dass man am besten doch jede zur Verfügung stehende Zeit dort hinein investieren sollte. Dass jeder Studierende normalerweise mehr als ein Fach zu beackern hat, schien den begeisterten Dozenten des jeweiligen Fachs nicht sehr zu interessieren. Zugegeben, ich erhielt schon einige nützliche Informationen, doch irgendwie wiederholte sich alles irgendwann, und nach der dritten Veranstaltung wusste ich nur zu gut, was eine SWS ist oder wie sich ein Grundstudium aufbaut.

Und es blieb ja nicht nur bei Erklärungen, Erläuterungen und Beantwortung tausender Fragen, nein, das Schlimmste war und ist die unglaubliche Zettelansammlung, die sich bei mir zu Hause auf dem Schreibtisch häuft und in der gesamten Wohnung verteilt. Man kann sich kaum noch an der Uni bewegen, ohne von wildfremden Menschen mit ach so wichtigen Informationen bombardiert zu werden. Als Erstsemester, wie ich es einer bin, hielt ich natürlich gleich alles für wichtig gehalten und nahm freudig, was ich nur konnte, bis ich irgendwann den Durchblick absolut verlor und verzweifelte Versuche startete das Brauchbare vom Unbrauchbaren zu trennen, um endlich einen nützlichen Plan anzufertigen, der mir das Leben in der ersten Woche leichter machen sollte.

Doch statt eines guten Plans stellte sich bei mir Panik ein, da ich irgendwie nicht alle Veranstaltungen unter einen Hut bringen konnte. Es war eindeutig zu viel, vor allem zu viel Unwichtiges, was ich mir antun wollte. Nachdem mir diese Einsicht gekommen war, lief vieles besser! Ich beschränkte mich auf die Einführungsveranstaltungen meiner drei Fächer, und was sonst noch wichtig war, konnte ich ohne Probleme von meinen zahlreichen Kommilitonen (meine erste Benutzung dieses Wortes) erfahren, und dann weglassen, was auch sie weggelassen hatten.

Die größte Hürde, die wohl jeder Erstsemester nehmen muss, ist die einen zur Verzweiflung treibende Erstellung des Studienplans, denn obwohl es ja nur drei Fächer sind, die man unterbringen möchte, kann diese Arbeit einem schier den letzten Nerv rauben. Da passt es erst alles, und dann doch wieder nicht und man stellt es wieder um, und noch mal von vorne, bis man nach einiger Zeit voller Stolz einen fertigen Stundenplan vor sich liegen hat, der wahrscheinlich sowieso nach den ersten Tagen wieder verschoben wird.

Aber immerhin fühlt man sich nun als Student/in, denn all die chaotischen Anfangsversuche sind überstanden, und man weiß immerhin schon mal, wann man denn wo erscheinen sollte, wenn einen nicht gerade andere Studentenaktivitäten woandershin verschlagen.

Ich kann abschließend nur sagen: Macht Euch keinen Stress, liebe Erstsemester, denn alles was Ihr wissen solltet, werdet Ihr auf jeden Fall auf dem einen oder anderen Wege mitkriegen. Und was nicht, war auch nicht so wichtig!

 
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