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Dieter Gorny im Interview |
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Dieter Gorny studierte an der staatlichen Hochschule für Musik in Köln, die Fächer Kontrabass, Klavier, Komposition und Musiktheorie und war zeitweise Mitglied der Bochumer Symphoniker und des Wuppertaler Symphonie Orchesters. Danach folgte die Berufung zum Lehrbeauftragten an der Gesamthochschule Essen. 1984 übernahm Gorny die Leitung für den Aufbau des Bereichs "Populäre Musik" im Sekretariat für gemeinsame Kulturarbeit in NRW. Ein Jahr später baute er das Rockbüro Nordrhein-Westfalen auf. 1989 wurde er Geschäftsführer der PopKomm, der inzwischen größten Musikmesse der Welt. Seit 1993 war Gorny Geschäftsführer der VIVA Fernsehen GmbH und verantwortlich für die Sender VIVA und VIVA ZWEI. 1997 wurde Gorny mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Seit 1998 ist er Vorstandsmitglied im Verband des privaten Rundfunk und Telekommunikation e. V. Seit Gründung der VIVA Media AG ist Dieter Gorny Vorsitzender des Vorstandes und Geschäftsführer der VIVA Fernsehen GmbH. SpiriTV sprach mit Dieter Gorny über Medienberufe, die Zukunft von VIVA Plus und VIVA Radio. SpiriTV: Welche Medienausbildungen bietet VIVA an? Gorny: VIVA bietet zwei Lehrberufe an, allerdings mit sehr begrenzten Plätzen. Und zwar Mediengestalter und Medienkaufmann. Und dann kann man den üblichen Weg einschlagen: Praktikant, Volontär, Jungredakteur und ähnliches mehr. Es gibt also im Vergleich zu anderen Medienunternehmen, wenn man Glück hat, einen relativ tief liegenden Einstieg. SpiriTV: Welche Voraussetzungen sollten Bewerber für Praktika und Volontariate mitbringen? Gorny: Interesse am Thema. Das sind ja meistens Leute, die für musikalische Spezialgebiete genommen werden. Man muss also sehr engagiert klarmachen, dass man genau diesen Platz will. Und den unbedingten Willen zum: "Ich will das!" SpiriTV: Wie sieht dieser Wille aus? Gorny: Ich bin schon von potenziellen Praktikanten an der Tankstelle bedrängt worden. Wirklich nach dem Motto: "Ich putze das Klo, ich sammle den Müll. Ich will da arbeiten!" Das bewegt mich mehr dazu so jemanden einzustellen, als Leute, die sagen: "Ich könnte in drei Wochen anfangen und würde gerne in der bestimmten Abteilung arbeiten." SpiriTV: Und Leute, die vor die Kamera wollen? Gorny: Da ist es anders. Die Kamera ist nicht bestechlich. Da sieht man sofort auf den Bändern, ob jemand Talent hat oder nicht. SpiriTV: VIVA Plus hatte einige Startschwierigkeiten. Woran lag´s? Gorny: Es gab keine Schwierigkeiten. Es gibt die Tatsache, dass die ehemaligen VIVA Zwei Fans pöbeln. Das hat nichts mit dem neuen Sender zu tun. Das hat was mit den Problemen zu tun, die diese Leute haben. Da sind wenige aber sehr engagierte Leute, die das Problem haben, dass ihre Lieblingsmusik nicht mehr gespielt wird. SpiriTV: Wollen sie was ändern? Gorny: Nee, dann müssten wir das Alte wieder machen und wir würden uns im Kreis drehen. SpiriTV: Nehmen Sie diese Leute ernst? Gorny: Ja klar. Denn auch diese Leute gucken VIVA Plus! Die sagen nicht: "Vergiss VIVA PLUS, das tun wir uns nicht an." Nein! Die gucken ja und voten täglich die Top Ten mit. In der Hoffnung, dass ihre Musik wieder gespielt wird. Die schneiden sich also eigentlich ins eigene Fleisch. SpiriTV: Wann startet VIVA Radio? Gorny: Wir streiten uns die ganze Zeit, wann wir starten. Irgendwann im ersten oder zweiten Quartal dieses Jahres. Das hat sehr viel damit zu tun, wann die Mittelwelle digitalisiert wird. Das sind eher technische Diskussionen als inhaltliche. SpiriTV: Wie wird das Programm ausschauen? Gorny: Das Programm wird jünger als VIVA. Und viel informativer und sehr, sehr aktuell. Ähnlich wie VIVA Plus. Momentan schaut es so aus, dass wir die erste VIVA Übertragung im Ausland haben. Aus besagten technischen Gründen. SpiriTV: Wer wird die Zielgruppe sein? Gorny Ich würde sagen Teens. Also nicht, 14- bis 29jährige, sondern 12- bis 19jährige. Vorgeschaltet vor VIVA. SpiriTV: Jetzt ein paar Fragen zu ihrer Person. Was bedeutet Popmusik für sie? Gorny: Der Faktor realer Musikkunst, der die Gesellschaft betrifft und reflektiert. Und das ist immer noch sehr spannend. SpiriTV: Ihre Lieblingsband? Gorny: Momentan U2. Ich habe mir gerade die neue DVD gekauft. Ich habe die letztes Jahr live gesehen. Das war ein sehr spannendes Erlebnis für mich. Eine Band zu sehen, die es ja schon sehr lange gibt, und noch immer in der Lage ist, mit dem neuen Album sogar meinen Jüngsten zu begeistern. Obwohl er noch vor einem Jahr gesagt hat, dass das "Opa-Musik" ist. Das ist schon toll! SpiriTV: Vermissen sie das Musizieren? Gorny: Ich habe überall meine Musikinstrumente stehen. Wenn ich will, dann kann ich noch musizieren. SpiriTV: Mit wem würden sie gerne mal spielen? Gorny: Ich? Wenn ich das könnte, dann würde ich gerne mal mit Herrn Bono zusammen spielen. SpiriTV: Warum? Gorny: Aus den oben genannten Gründen. Die schaffen es, sich als Künstler immer wieder neu zu erfinden. Und dann schaffen die es auch noch, richtig gut zu spielen. SpiriTV: Ihre Wünsche für die Zukunft? Gorny: So weiter machen dürfen. SpiriTV: Vielen Dank. Infos-Links: |
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