| Phoenix – Arbeit und Berufsfeld des Fernsehsenders |
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| von Lucia Schuz Der Sender Phoenix wurde 1997 als Tochter von ARD und ZDF gegründet. Er war eine Idee von WDR-Intendant Fritz Pleitgen und der damaligen Parlamentspräsidentin Rita Süßmuth. Sie wollten das parlamentarische Wirken begleiten und eine Art Parlamentskanal ins Leben rufen. Nach einer gewissen Anlaufzeit erfreut sich Phoenix nun eines guten bis ausgezeichneten Rufes und verfügt über den gleichen Marktanteil wie MTV, nämlich 0,7% - wer hätte das gedacht? Der renommierte Sender Arte, ebenfalls ein Spartenkanal, liegt mit 0,4 – 0,5% in der Zuschauergunst leicht darunter. Das 24-Stunden-Programm steht auf drei Programmsäulen. Live-Übertragungen von aktuellen gesellschaftspolitischen Ereignissen in Deutschland mit dem Schwerpunkt auf der parlamentarischen Arbeit bilden eine Säule, dazu werden Gesprächsformate zu deren Vertiefung angeboten. Als drittes Standbein kommen Dokumentationen und Reportagen hinzu, die besonders das politische und gesellschaftliche Geschehen im In- wie im Ausland beleuchten. Am Standort Bonn arbeiten etwa 80-90 Festangestellte, dazu kommen ca. 20 feste Freie. Zusätzlich zum Studio in Bonn wird ein kleines Büro in Berlin unterhalten, das mit zwei Redakteuren und einem kleinen Produktionsstab besetzt ist. Zwei Ereignisredaktionen betreuen das aktuelle Geschehen und wechseln sich wochenweise ab: Eine Woche ist der Umsetzung und Produktion gewidmet, die nächste Woche der Planung bzw. Nachbearbeitung. Hier sind die meisten Redakteure eingesetzt, da pro Tag mehrere Sendungen zu betreuen sind. Die Dokumentationsredaktion ist mit maximal 4-5 Redakteuren und die Öffentlichkeitsarbeit mit zwei Redakteuren besetzt. Der sehr knappe Etat liegt knapp über 30 Mio. Euro pro Jahr. Nur unter Nutzung von Synergieeffekten, besonders durch enge Zusammenarbeit mit WDR und ZDF, kann der Programmauftrag erfüllt werden. So verfügt Phoenix z.B. über keine eigene Personalabteilung, das Personal setzt sich jeweils zur Hälfte aus WDR- und ZDF-Mitarbeitern zusammen. Die Finanzverwaltung wird vom ZDF übernommen, die Öffentlichkeitsarbeit vom WDR. Auch verfügt Phoenix z.B. über keine eigenen Ü-Wagen. Diese werden bei Bedarf angemietet, wie überhaupt viel mit Fremdfirmen gearbeitet wird. So lässt sich ein schlankes Unternehmen mit geringem Kostenaufwand und großer Flexibilität erfolgreich führen. Zur Kosteneinsparung greift Phoenix auf die Korrespondenten von ARD/ZDF zurück. Häufig wird auch ein über die Europäische Rundfunkunion EBU angebotenes Live-Bild verwendet und dazu ein Dolmetscher im Studio eingesetzt. Ebenso kooperiert Phoenix mit Parlamentskanälen anderer Länder, so z.B. aus England, Frankreich, Spanien oder Griechenland (geplant). Diese liefern das Bild, ein Dolmetscher sorgt für die sprachliche Übertragung. Bei Phoenix sind viele Berufe vertreten. Neben dem Chef vom Dienst arbeiten Redakteure in der Programmumsetzung, für die Inlands- oder Auslandsplanung oder die Dokumentationsredaktion. Dazu kommen technische Berufe, wie z.B. Aufnahmeleiter, Cutter, Layouter und überhaupt sehr viele Techniker unterschiedlicher Spezifikationen. Der große Bedarf an technischem Personal liegt darin begründet, dass Phoenix in Bonn über eins der modernsten Studios in Deutschland verfügt. Alle Arbeitsgänge sind voll digitalisiert, d.h. alles, was an Bild- oder Tonsignalen im Sender ankommt, wird auf Festplatte aufgezeichnet und kann mit 5 Minuten Zeitverzögerung gesendet werden. Es ist also nicht mehr erforderlich, das Aufnahmeband zurückzuspulen und umständlich nach dem Abschnitt zu suchen, der zum Senden oder für die Weiterbearbeitung vorgesehen ist. Um hier effizient arbeiten zu können, bedarf es hochqualifizierter Software- und Computerfachleute. Im Studio in Bonn stehen z.B. drei Kameras, die aber nicht durch Kameraleute bedient werden. Statt dessen bewegt ein Aufsichtsingenieur die Kameras per "Joystick". Insbesondere die technischen Angestellten beherrschen meist mehr als einen Beruf, weil sie für vielfältige Aufgaben einsatzfähig sein müssen. Phoenix bietet auch Volontariate an, allerdings werden diese über die Mutterhäuser (WDR, ZDF) in die Wege geleitet. Praktikanten sollten sich direkt an den Sender wenden. Sie werden vor Ort ausgesucht, aber auch hier werden die vertraglichen Vereinbarungen mit den Mutterhäusern abgewickelt. Ein Praktikum lohnt sich erst ab einer Mindestdauer von 6 Wochen. Praktika sind in den Semesterferien möglich, aber dann herrscht großer Andrang. Die Chancen auf ein Praktikum sind daher während des Semesters deutlich besser. Pro Jahr stehen 4-8 Praktikantenplätze zur Verfügung. Der Sender arbeitet oft mit studentischen Hilfskräften zusammen, so dass sich auch für Studis eine ganze Palette an Möglichkeiten bietet, Erfahrungen zu sammeln und das Budget aufzubessern.
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