Die ersten 2 Wochen Bildungsflash sind vorbei, die Odysseen zu den Hörsälen werden langsam
zielgerichteter, und ihr wisst jetzt auch, dass an der Uni mehr "Schein" als Sein herrscht,
Promotion nicht zwingend das Verteilen von Zetteln ist und Exmatrikulation nicht gegen die
Haager Landkriegsordnung verstößt. Nach der Oh! - müsste jetzt also die Ah! - Phase folgen.
Hier noch ein paar gutgemeinte Ratschläge zur Auflockerung der Tristesse eures akademischen
Spießrutenlaufs.
- Flaniert doch mal zu einem ganz anderen Studienfach. Vielleicht brütet in
Euch ja ein unentdecktes wissenschaftliches Begehren, z. B. für die Archäologie
der römischen Provinzen oder Tamilistik. Unerreicht jedoch: Nanostrukturtechnik
(leider nicht in Köln).
- Wie wäre es mit dem "doppelten Dozenten" Spiel. Einfach am nächsten Morgen das
Restkölsch in der Blutbahn vom gedächtnisverdunkelten Vorabend in den Hörsaal hinüberretten
und schon steigt die Arbeitsatmosphäre um 25 Pro...mille äh...zent? Ein Kasten Reissdorf um
halb Neun tut´ s natürlich auch. Vielleicht lernt sich´ s ja auch flüssiger.
- Einfach mal aufstehen in der Vorlesung und anmerken:" Das kann ich aber besser erklären..."-
verschafft Euch allseitige Adoration und die Dozenten freuen sich über engagierte Nachfolger ...
- Dein Beitrag zur aktuellen Bildungsmisere: Nachts an die Magnusstatue ketten und nackt gegen
Studiengebühren protestieren mit dem Slogan: Jetzt bleib auch dran, Gerd!
- In der Mensa mal eben eines der Präsentationsessen ankosten. "Ach so, die waren nur zum Angucken?!?"
- Mit Full Equipment Ninja-Ausrüstung bei den Burschenschaften auftauchen und zum Duell auf Leben
und Tod fordern. Kein Schiss vor dem Schmiss.
- Klausuren mitschreiben in einem Fach mit dem ihr nichts am Hut (s. o.) , geschweige denn im Kopf
habt. Der Fantasie bei den Antworten sind keine Grenzen gesetzt. So entstehen ganz neue Theorien, und
das Titelbild der nächsten "Spektrum der Wissenschaft" ist euch sicher.
- Bei der Vorlesung ganz offensiv nur vom Blatt des Nachbarn abkupfern, .."Kannst du nicht ein bisschen
ordentlicher schreiben" Das schafft Freunde dir zur rechten Zeit.
- Angenervt den Flur entlang laufen und die ganze Zeit grummeln: WISO- Fuck, Phil- Fuck. Das verbessert
eure Englischkenntnisse und symbolisiert eure Stellung über den Dingen.
- Seine reanimierten Schmuddelposter an die Wände mit den Wohnungsgesuchen hängen- damit es nicht so
langweilig aussieht. Die Leute hängen gerne zehn Mal am Tag neue Plakate auf.
- Mal einen der armen Wohnungssucher anrufen und zum Besichtigungstermin nach Chorweiler bitten
(Nee, das ist wirklich zu fies..)
- Sein Biwakzelt auf der Vorwiese einrichten, um nicht nur eure geistige, sondern auch körperliche
Nähe zur Uni zu bezeugen, heißt ja nicht umsonst Camp us.
- Als einziger männlicher Teilnehmer bei den "Bauch, Oberschenkel, Po" - Kursen auflaufen. Steh zu
deinen Problemzonen, Mann! Auch wenn sie ganz woanders liegen.
- Vor dem Prof. ans Mikrofon stürmen und die in der letzten Nacht ersonnene Welteroberungstheorie
erläutern. Ruhm und Lorbeeren sind Euch gewiss, und sei's nur vom Pfleger.
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