Masters of the Uniworse - der Leidfaden für Erstsemester

 

von Markus Gärtner

Schönheitschirurgie in der Mensa:
Ausgekotzt...

Die ersten 2 Wochen Bildungsflash sind vorbei, die Odysseen zu den Hörsälen werden langsam zielgerichteter, und ihr wisst jetzt auch, dass an der Uni mehr "Schein" als Sein herrscht, Promotion nicht zwingend das Verteilen von Zetteln ist und Exmatrikulation nicht gegen die Haager Landkriegsordnung verstößt. Nach der Oh! - müsste jetzt also die Ah! - Phase folgen. Hier noch ein paar gutgemeinte Ratschläge zur Auflockerung der Tristesse eures akademischen Spießrutenlaufs.

- Flaniert doch mal zu einem ganz anderen Studienfach. Vielleicht brütet in Euch ja ein unentdecktes wissenschaftliches Begehren, z. B. für die Archäologie der römischen Provinzen oder Tamilistik. Unerreicht jedoch: Nanostrukturtechnik (leider nicht in Köln).

- Wie wäre es mit dem "doppelten Dozenten" Spiel. Einfach am nächsten Morgen das Restkölsch in der Blutbahn vom gedächtnisverdunkelten Vorabend in den Hörsaal hinüberretten und schon steigt die Arbeitsatmosphäre um 25 Pro...mille äh...zent? Ein Kasten Reissdorf um halb Neun tut´ s natürlich auch. Vielleicht lernt sich´ s ja auch flüssiger.

- Einfach mal aufstehen in der Vorlesung und anmerken:" Das kann ich aber besser erklären..."- verschafft Euch allseitige Adoration und die Dozenten freuen sich über engagierte Nachfolger ...

- Dein Beitrag zur aktuellen Bildungsmisere: Nachts an die Magnusstatue ketten und nackt gegen Studiengebühren protestieren mit dem Slogan: Jetzt bleib auch dran, Gerd!

- In der Mensa mal eben eines der Präsentationsessen ankosten. "Ach so, die waren nur zum Angucken?!?"

- Mit Full Equipment Ninja-Ausrüstung bei den Burschenschaften auftauchen und zum Duell auf Leben und Tod fordern. Kein Schiss vor dem Schmiss.

- Klausuren mitschreiben in einem Fach mit dem ihr nichts am Hut (s. o.) , geschweige denn im Kopf habt. Der Fantasie bei den Antworten sind keine Grenzen gesetzt. So entstehen ganz neue Theorien, und das Titelbild der nächsten "Spektrum der Wissenschaft" ist euch sicher.

- Bei der Vorlesung ganz offensiv nur vom Blatt des Nachbarn abkupfern, .."Kannst du nicht ein bisschen ordentlicher schreiben" Das schafft Freunde dir zur rechten Zeit.

- Angenervt den Flur entlang laufen und die ganze Zeit grummeln: WISO- Fuck, Phil- Fuck. Das verbessert eure Englischkenntnisse und symbolisiert eure Stellung über den Dingen.

- Seine reanimierten Schmuddelposter an die Wände mit den Wohnungsgesuchen hängen- damit es nicht so langweilig aussieht. Die Leute hängen gerne zehn Mal am Tag neue Plakate auf.

- Mal einen der armen Wohnungssucher anrufen und zum Besichtigungstermin nach Chorweiler bitten (Nee, das ist wirklich zu fies..)

- Sein Biwakzelt auf der Vorwiese einrichten, um nicht nur eure geistige, sondern auch körperliche Nähe zur Uni zu bezeugen, heißt ja nicht umsonst Camp us.

- Als einziger männlicher Teilnehmer bei den "Bauch, Oberschenkel, Po" - Kursen auflaufen. Steh zu deinen Problemzonen, Mann! Auch wenn sie ganz woanders liegen.

- Vor dem Prof. ans Mikrofon stürmen und die in der letzten Nacht ersonnene Welteroberungstheorie erläutern. Ruhm und Lorbeeren sind Euch gewiss, und sei's nur vom Pfleger.

... aber am nächsten Tag sieht
es wieder schön aus
Kleptomanie für ein paar Kalorien
Langzeitstudent Albert M.
( Soziologie, 37. Semester)
Warum kann man nicht Alkohol studieren?
Suche Wohnung, biete ...
Willkommen zum WG-Casting
Der Hörsaal als Fotolabor:
Wir machen das Licht aus und
warten, was sich entwickelt

Also, nehmt Euch die Tipps eines alten Hasen zu Herzen und bereichert das trostlose Grau der Massenuni mit ein paar Lichtblitzen eines wachen Geistes. Eure Kommilitonen (das sind eure Mitstudenten) werden´ s Euch danken.

Markus Gärtner

 

 
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