| Deutscher Spielepreis 2002 – Puerto Rico |
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| von Markus Klausen
1493 entdeckt Christoph Columbus die östlichste Insel der Großen Antillen. Und bereits ein gutes halbes Jahrhundert später erlebt Puerto Rico seine erste große Blütezeit, und zwar durch die Teilnehmer des gleichnamigen Spiels. Worum es bei Puerto Rico geht, ist schnell erklärt. Die Spieler schlüpfen während des gesamten Spielverlaufs immer wieder in verschiedene Rollen. Diese insgesamt sieben Rollen erlauben es einem bestimmte Spielaktionen auszuführen. Da gibt es zum Beispiel den Siedler, der es einem ermöglicht auf der Insel neue Plantagen anzulegen. Sollen diese Plantagen Erträge abwerfen, muss sich der Spieler in der Rolle des Aufsehers darum kümmern, dass die Felder abgeerntet werden. Erträge, die jedoch nur rumliegen, bringen niemandem etwas. Folglich muss man sich überlegen, ob man sie lieber zu Geld machen möchte (Händler-Rolle) oder ob man sie stattdessen in Siegpunkte eintauschen möchte (Kapitäns-Rolle). Es gewinnt zwar am Ende des Spiels derjenige, der die meisten Siegpunkte erspielt hat, aber auch Geld ist nicht zu verachten. Denn damit hat man in der Phase, in der ein Spieler die Baumeister-Rolle übernommen hat, die Möglichkeit, neue Gebäude zu errichten. Man muss also ständig abwiegen, was man will und welche Rolle dafür am sinnvollsten ist. Bei Puerto Rico handelt sich um ein fesselndes neues Strategiespiel aus dem Hause Alea/Ravensburger. Wer die meisten Siegpunkte holt, der gewinnt, lautet die scheinbar einfache Zielsetzung des Spiels. Doch davor muss der Spieler erst mal sein taktisches Geschick unter Beweis stellen und Voraussicht an den Tag legen. Denn nur wer das ständige Tauschen der Rollen und die damit verbundenen Aktionen und Vorteile am klügsten zu nutzen weiß, hat eine Chance auf den Sieg. Ein klarer Pluspunkt von Puerto Rico ist, dass man hier als Spieler nicht von der Komponente Glück abhängig ist, denn es gibt keinen Würfel. Einzig die eigenen Aktionen sowie die der Gegner beeinflussen das weitere Geschehen. Des weiteren überzeugt das Werk von Autor Andreas Seyfarth durch eine gelungene optische Gestaltung sowie durch ein klares und leicht verständliches Regelwerk. Es gibt zwar eine Menge zu beachten, aber mit zunehmender Spielpraxis fällt das kaum noch auf. Puerto Rico ist konzipiert für drei bis fünf Spieler ab 12 Jahren und dauert zwischen 90 und 150 Minuten. Der Preis beträgt um die 26 Euro, die aber auf jeden Fall gut angelegt sind.
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