| A. Warhol |
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von Dimitri Soibel
Viele, die an die Werke Andy Warhols denken, haben sicherlich Marilyn Monroe im Kopf. Dieses Bild mit den dreißig farblich variierten Abbildungen der Ikone des amerikanische Films zählt zu seinen typischen und berühmtesten Bildern. Leider ist es aber nicht bei der Ausstellung seiner Werke in Düsseldorf zu sehen. Dies hängt damit zusammen, dass man das künstlerische Schaffen von Andy Warhol in zwei Phasen unterteilen kann. Die zweite Phase seines künstlerischen Daseins, mit der sich die Ausstellung beschäftigt, begann für ihn unfreiwillig mit dem Attentat einer verwirrten Feministin am 3. Juni 1968, den er nur knapp überlebte. Von da an war er für den Rest seines Lebens durch dieses traumatische Erlebnisse gezeichnet und wie er in einem Interview zugab, hatte er sich gewünscht, den Anschlag nicht überlebt zu haben. Nach einer langjährigen Pause begann er mit einer tiefgreifenden Veränderung seiner Pop-Art, wieder zu zeichnen. Genau hier beginnt die Ausstellung. Die Aussteller versuchen alle Facetten, dieses außergewöhnlichen Künstlers durch über hundert Gemälde, zahlreiche Fotos und Filme für das Publikum sichtbar werden zu lassen. Zu Beginn der Ausstellung werden dem Publikum die Fotos vom Andy Warhol aus den letzten 15 Jahren seines Lebens gezeigt. Man sieht einen blassen Mann, der scheinbar die beste Zeit seines Lebens bereits überschritten hat, mit einer grauen Perücke, die zu seinem Markenzeichen geworden ist. Sein blasses - und für sein Alter zu altes Gesicht - mit einer aufgesetzten dicken Hornbrillen, plus der verwirte Blick erwecken bei den Betrachtern den Eindruck, einen nicht ganz psychisch gesunden Menschen vor sich zu sehen. Auf seinem nackten Oberkörper sieht man die zahlreichen Narben, die ihm seit dem Attentat wohl kein ruhiges Leben ermöglicht haben.
Weitere Fotos im Verlaufe der Ausstellung werfen das Licht auf das bizarre Leben dieses Mannes, der zu den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt und bei dem Genie und Wahnsinn auf einen gemeinsamen Nenner kamen. Die Ausstellung zeigt den Künstler als einen experimentierfreudigen Maler, der auf seine Bilder Diamantenstaub streut, der dann im Neonlicht zu sehen ist oder mal eine große Leinwand mit Kupfer beschmiert und dann bepinkelt und dadurch "Oxydation - Paintings" entstehen lässt. Dazu gibt es eine kleine Anekdoten: Als ihn bei seiner ersten Ausstellung dieser Bilder zwei ältere Damen das Bild kurz vor der Nasse haltend, danach fragten, wie ihm diese interessante Farbe gelungen sei, hat er sich nicht getraut ihnen die Wahrheit zu sagen und ist rot angelaufend aus dem Saal herausgegangen. Im Laufe der Ausstellung kommt sein typischer Still wieder zur Erscheinung. Man sieht Mao, eine der berühmtesten Persönlichkeiten seiner Zeit. Wie auch bei den Bildern von Marilyn Monroe oder Elvis Presley bewegte alleine diese Tatsache den Künstler, Mao mit unterschiedlichen Gesichts- und Hintergrundfarben oder mal einfach als eine Tapete abzubilden. Diese Bilder hätten dem Revolutionsführer sicherlich nicht gefallen. Die Besucher der Ausstellung streiten sich dagegen darüber, ob der "blaue Mao" wohl besser aussieht als der rote. Dann gibt es eine große Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Tod. Zunächst sieht man den "Totenkopf" mit unterschiedlichem farblichen Hintergrund und Schatten. Das meiner Meinung nach beste Bild der Ausstellung ist "Das Letztes Abendmahl". Hier interpretiert der Künstler das berühmte Bild von Leonardo auf seine typische Art und Weise. Warhol vereint seine ewige Auseinadersetzung mit der modernen Konsumgesellschaft mit einer düsteren Vorahnung. Jesus wird hier hilflos von einer Harley Davidson überrollt. In der Mitte des Bildes steht ein rotes Preisschild: ein Sonderangebot, dass für den Ausverkauf von Werten steht. Außerdem passt es dazu, dass das
Sonderangebot umgangssprachlich auf amerikanisch "Die Hölle ausverkaufen" bedeutet. Der Schriftzug darunter " The Big C " könnte für Jesus Christus stehen, meint aber "Cancer" - die Krankheit Krebs. Der Tod ist allgegenwärtig und er sollte früher kommen als gedacht. Andy Warhol stirbt 1987 im Alter von 59 Jahren an den Spätfolgen einer Operation. Im großen und ganzen hat mir die Ausstellung mit Ausnahme von ein paar Bildern nicht gefallen. Die zweite Etage erscheint überflüssig. Allerdings kann man hier auf Kissen liegend die Kunstwerke vom Boden aus betrachten. Hier gibt es zu wenig Bilder und die vorhandenen wirken zu blass, verglichen mit den Bildern der ersten Etage. Überhaupt erlebt der Besucher zu wenig vom künstlerischen Schaffen Andy Warhols. Selbst in Begleitung von Kunstkennern ist die Ausstellung innerhalb der kürzesten Zeit zu bewerkstelligen. Ich würde die Ausstellung nur ausgesprochenen Fans des Künstlers empfehlen. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 31.Mai im Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Ehrenhof 4-5 von Montag bis Sonntag zwischen 11 und 20 Uhr. Info-Link: www.museum-kunst-palast.de
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