LŽauberge Irlandais
 

von Stephanie Kern

 

Irland- Impressionen
Irland - Impressionen
Wie kommt der gemeine Student dazu, ein Studienjahr ausgerechnet in Irland zu verbringen? Bei mir hatte der Zufall die Hand im Spiel. Ich möchte Journalistin werden, also dachte ich mir, ein Auslandsjahr macht sich bestimmt ganz gut im Lebenslauf, von wegen Flexibilität und so.

Meine Wahl fiel auf das englischsprachige Ausland, weil ich meine Englischkenntnisse, die zwar besser sind als meine Französischkenntnisse, bis dato noch nie so richtig auszuprobieren ausprobieren konnte. Das Erasmus-Programm der Europäischen Union bot sich da als ideale Lösung an. Für die, die es nicht wissen: Das Erasmus-Programm besteht aus einem Netzwerk von europäischen Universitäten. Es bietet Studenten die Möglichkeit, für ein oder zwei Semester im europäischen Ausland zu studieren, übernimmt die anfallenden Studiengebühren und zahlt außerdem noch ein kleines Büchergeld. Für mehr reicht das Geld wirklich nicht, man muss also mit ganz schön hohen Ausgaben rechnen. Um dem ein bisschen entgegen zu kommen, habe ich meine letzten sechs Wochen vor dem Abflug nach Irland damit verbracht, in der Nachtschicht bei der Post Geld zu verdienen; für großartige Abschiedspartys hatte ich daher keine Zeit mehr.

Cork
Cork

Ganz ursprünglich wollte ich ja nach Schottland, aber das ging nicht, weil die Universitäten dort aus der Erasmus-Partnerschaft mit meiner damaligen Uni in Tübingen ausgestiegen sind. Blieben noch London und Brighton in England und Dublin und Cork in der Republik Irland. Die Londoner wollten, aus welchen Gründen auch immer, nur Germanistik-Studenten (ich studiere Geschichte und Soziologie), und Dublin war schon vergeben. Folglich meldete ich mich für Brighton und als Ausweichmöglichkeit für Cork an. Mein Fachkoordinator teilte mir mit, dass es für Brighton schon drei Bewerber gebe, für Cork aber noch keinen - woraufhin ich mich "spontan" für Cork entschied. Mittlerweile ist Cork als Europäische Kulturhauptstadt 2005 vielen Leuten ein Begriff, aber als ich mich für 2003/04 bewarb, kannte es kein Mensch. Die häufigste Reaktion war: "Was, York?" -"Nein, Cork. Das liegt an der Südküste von Irland."

Ich habe die Entscheidung trotzdem nicht bereut. Ein großer Vorteil ist zum Beispiel, dass es in Irland den Euro gibt, das lästige Preisumrechnen fällt weg. Das macht allerdings auch den direkten Preisvergleich mit zu Hause möglich und der Unterschied ist manchmal recht heftig. Vor allem Alkohol ist sehr teuer, was die Iren aber keineswegs vom Trinken abhält.

Cork
Cork

Um ein anderes Klischee auszuhebeln: Es regnet nicht ständig. Das Wetter ändert sich nur viel schneller, manchmal stündlich, weil die Wetterlagen vom Atlantik her direkt auf die Insel treffen. Das hätte mir mehr als einmal eine unfreiwillige Dusche im Regen beschert, wenn ich nicht sehr schnell gelernt hätte, dass die Iren immer einen Regenschirm dabei haben. An der Südküste fließt außerdem ein Teil des Golfstroms vorbei, sodass die Temperaturen meistens zwischen 5 und 25°C liegen. Deshalb gibt es dort auch Palmen und die Mädels laufen bei 15 Grad schon mit Minirock und Flipflops herum.

So, das war der erste Teil meiner Serie. Der nächste folgt in Kürze an gleicher Stelle auf Spiritv.de.

 

 

 


 
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