L´auberge Irlandais - Teil 4 der Serie
 

von Stephanie Kern

 

Cork bei Nacht
Cork bei Nacht

Das Nachtleben in Irland unterliegt leider einer ziemlichen Einschränkung: der Sperrstunde. Um halb zwölf kommt in den Pubs, den irischen Kneipen, mit dem Satz "Last orders, please" die Aufforderung, die letzte Bestellung aufzugeben, und spätestens um Mitternacht wird man auf die Straße komplimentiert. Am Wochenende darf man ein Stunde länger bleiben, bis halb eins. Eine Ausnahme bilden die Nachtbars, von denen es in Cork sage und schreibe drei gibt und die ein bisschen länger ausschenken, unter der Woche etwa bis ein Uhr, am Wochenende bis zwei oder halb drei Uhr. Als wir einmal an einem Mittwoch in einem Club waren, wurden wir erst um Mitternacht eingelassen und mussten um halb drei schon wieder gehen. Und das bei fünf Euro Eintritt!
Aber seien wir mal ehrlich: Wenn man in Irland wie bei uns bis in die frühen Morgenstunden feiern könnte, wäre man sehr schnell pleite. Das berühmte irische Guinness, ein sehr dunkles und bitteres Bier, ist zwar nicht so teuer, aber wenn man wie ich kein Bier mag, muss man eben auf Cidre oder Alcopops (alkoholhaltige Limos) ausweichen und die haben gesalzene Preise. Und wer gar keinen Alkohol mag, lebt noch teurer: Nichtalkoholisches, wie zum Beispiel Cola, kostet mehr, als Bier. Andererseits kann man in fast jedem Pub ein Glas Leitungswasser mit Eis umsonst bekommen, man muss nur danach fragen. Fragen muss man sowieso eine Menge, in den Pubs holt man sich seine Getränke nämlich selbst direkt am Tresen ab und bezahlt sie auch gleich. Und Vorsicht: Man bestellt nicht einfach nur ein Guinness, sondern ein Pint [sprich: paint] Guinness, was etwa 0,6 Litern entspricht.

Das war jetzt sehr viel Gerede über Alkohol, aber natürlich kann man im irischen Nachtleben auch ohne Alkohol seinen Spaß haben. Die Iren allerdings sind wirklich ein recht trinkfreudiges Völkchen. In den Pubs herrscht dafür meistens auch eine sehr gute Stimmung, und man muss sich schon besonders ungeschickt anstellen, um keinen Anschluss zu finden. Wenn man Glück hat, erlebt man auch mal spontane Livemusik, weil die Iren auch gerne Singen und Musizieren. Leider hat der hohe Alkoholkonsum auch seine negativen Seiten: Abends und nachts ist das Stadtbild von Türstehern geprägt, die man sogar bei Buger King und anderen Fast-Food-Läden findet. Vor Clubs und Discos wird ausnahmslos jeder Ausweis kontrolliert (man darf erst ab 21 Alkohol trinken und in Clubs gehen), aber vor allem sind diese Türsteher dazu da, Schlägereien zu verhindern, die nach der Sperrstunde sehr schnell entstehen, wenn sich auf einen Schlag alle Angetrunkenen oder ganz Betrunkenen auf den Straßen tummeln. Man braucht sich deswegen aber keine Sorgen zu machen, weil die Türsteher wirklich überall sind, ich habe sogar mal einen vor einer Eisdiele gesehen.
Fröhliches Gelage
Fröhliches Gelage

Und noch ein Tipp für alle Frauen, die gerne tanzen: Die irischen Männer sind da viel lockerer, als die deutschen. Frau muss sich direkt wehren, wenn sie keinen Tanzpartner möchte.

So, das war's mit meiner kleinen Irland-Serie. Wenn Ihr mehr lesen möchtet, meldet Euch doch einfach mal mit einem Feedback im Forum.


 
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