Crosscut und die Schubladen...

 

von Judith Ackermann
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SpiriTV: Ihr werdet ungern in eine Schublade gesteckt. Wie würdet Ihr denn Euren eigenen Stil beschreiben?

Frank: Einfach als ne Mischung aus vielen verschiedenen Musikrichtungen. Da sind also jetzt Thrash Metal Elemente dabei, New Metal, Crossover, Hardcore und das jetzt selber festlegen, da bietet man schon wieder genug Angriffsfläche für irgendwelche anderen Leute. Also es soll schon jeder irgendwie selbst für sich festlegen, aber trotzdem objektiv genug drangehen, um mal zu erkennen, dass mehrere verschiedene Musikstile vertreten sind.

SpiriTV: Und was glaubst Du, was Euch von anderen Bands unterscheidet? Was im Prinzip das Besondere an Euch ist? Frank: Dass wir’s halt schaffen nach rechts und links über den Tellerrand zu gucken und dass wir aber trotzdem irgendwie immer ne klare Linie behalten und dass wir auch ne Band sind, die live sehr gut ihr Zeugs verkaufen kann. Also, das sind jetzt unsere Stärken, ob uns das jetzt von anderen Bands abhebt, das weiß ich nicht, weil es sicherlich Bands gibt, bei denen das genauso ist.

SpiriTV: Habt Ihr denn Bands, die Ihr als Vorbilder bezeichnen würdet? Frank: Vorbilder vielleicht nicht so direkt. Es ist natürlich so, dass man seinen Musikgeschmack dadurch entwickelt, dass man Musik hört. Dementsprechend haben ja auch Bands Einfluss auf die Musik selber, weil man ja das macht, was einem selber gut gefällt. Dass es jetzt aber direkt so Vorbilder sind, dass man denkt ‚Oh Gott, zu denen schau ich auf und ich möchte so werden wie die...’ Ich möchte vielleicht manchmal deren Bankkonto haben, aber irgendwie dann hört’s auch langsam auf. Also, ich möchte jetzt nicht mit irgendjemandem tauschen.

SpiriTV: Und was hast Du jetzt so für Euch geplant? Wo möchtest Du zum Beispiel in einem Jahr sein, mit der Band?

Frank: Wir haben uns selber ein Ziel gesetzt, was die Plattenverkäufe angeht. Das ist aber geheim. Wir wollen gucken, dass wir möglichst viel aus dem Album rausholen können jetzt, weil da ja auch sehr viel Zeit und Nerven investiert wurden in das Produkt und dementsprechend soll es natürlich jetzt auch promoted werden. Wir hoffen, dass es gut ankommt, dass das Video, was wir jetzt gerade fertig haben, läuft, dass wir vielleicht noch ein zweites Video machen und dass wir uns steigern können im Vergleich zum ersten Album.

SpiriTV: Wie seid ihr auf den Titel vom neuen Album (NOne Size fits all) gekommen?

Frank: Es ist im Grunde genommen ein Wortspiel, denn grammatikalisch richtig ist es in dem Sinne nicht, - es müsste No Size fits all heißen. Es ist angelehnt an diese Redewendung ‚One Size fits all’ und dann wiederum an diese Kategorisierung. Darauf bezieht sich der Titel, dass man sich doch schon ein bisschen mehr damit auseinandersetzen soll, nicht immer nur dieses Spartendenken, sich selber ein Bild davon machen, was ist das für Musik und dann vielleicht auch erkennen, dass es ein bisschen vielschichtiger ist, als es vielleicht der eine oder andere gerne schnell abstempelt.

SpiriTV: Beinhaltet der Titel denn auch so ne Art Realismus, dass Ihr nicht alle erreichen könnt oder wollt, oder es gar nicht versuchen wollt?

Frank: Im Grunde geht das schon dahin, aber ich mein man kann’s nicht allen recht machen. So ist es ja einfach und das wollen wir auch im Grunde genommen gar nicht. Es gibt natürlich Bands, die versuchen das irgendwie allen recht zu machen und dann wird halt so ne bestimmte Person auf die Massen zugeschnitten, damit das auch alles haargenau passt und das wollen wir halt nicht.

SpiriTV: Wobei die ja damit gar nicht so schlecht fahren...

Frank: Ja richtig, aber ich weiß nicht, ob die damit auch wirklich glücklich sind und ob das dann was langlebiges ist. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich lieber dann eher einen ein bisschen steinigeren Weg gehe, dann dauert’s halt etwas länger, aber dafür dauert dann auch der Erfolg länger, den man dann hoffentlich irgendwann hat. Es gibt natürlich genug Bands, wo es echt von null auf hundert geht, aber direkt dann auch wieder von hundert auf minus hundert. Und das ist halt immer sehr schade.

SpiriTV: Wie war es denn für Euch, Sänger und Bassist neu zu besetzen? Das Album hattet Ihr da schon konzipiert, oder?

Frank: Einen Teil des Albums. Was jetzt so das Songwriting angeht, das stand bis dahin schon. Der Timo ist jetzt ein Jahr dabei und wir sind im September ins Studio gegangen und der Sami ist beispielsweise erst drei Wochen oder vier Wochen vorm Produktionsprozess dazugekommen. Wir haben also parallel zu der Sänger- und Bassistensuche weiterhin Songs geschrieben.

SpiriTV: Wie habt Ihr das gemacht mit der Suche? Ich meine, kanntet Ihr Euch schon?

Frank: Eigentlich gar nicht. Wir haben da das wunderschöne Medium Internet benutzt und da in verschiedenen Magazinen inseriert, und so hat man sich dann gefunden.

SpiriTV: Und Ihr habt Euch dann da beworben?

Timo: Ja, ich hatte ne Band gesucht. Meine Band hatte sich zur gleichen Zeit aufgelöst und dann sah ich die Anzeige von Crosscut, die suchten ’nen neuen Sänger. Da hab ich mir gedacht, dann versuchste mal da hin zu schreiben.

SpiriTV: Und wie war das dann, jetzt in ’ne Band reinzukommen, die eigentlich schon existierte?

Timo: Ich kannte Crosscut vorher aus dem Internet. Die Musikrichtung passte mir ganz gut. Und dass die Band vorher existiert hat, war nicht das Problem. Das Problem könnte für einige Leute gewesen sein, die alten Songs live wiederzugeben, weil die natürlich fixiert auf das alte Bandbild, den alten Sänger sind. Aber spätestens als der alte Sänger im Publikum stand und mir gesagt hat, er findet’s geil, dass ich seine Songs performe und er findet die genau richtig wiedergegeben, ist das für mich die Legitimation, das weiterzumachen. Und die neuen Songs sind ja mit mir zusammen entstanden. Ich hab da meine Texte, meine Ideen mit reinbringen können. Das seh’ ich jetzt als ein gemeinsames Projekt an.

SpiriTV: Und wie fühlst Du Dich in der Band?

Sami: Ich fühl mich auch wahnsinnig wohl in der Band, auch wenn ich jetzt nicht in diesen Schaffensprozess integriert gewesen bin in der Form, weil die Lieder dann wirklich schon standen, als ich dazukam. Was wirklich drei Wochen vor Produktionsbeginn war, was ich aber auch nicht wirklich schlimm fand, weil ich die Musik einfach nur gut fand und in die Band reinzuschlittern, die schon bestand, war auch kein Problem. Erstens weil ich das kenne, ich hatte die Erfahrung schon zuvor gemacht, und hier passte es einfach nur wunderbar: Man kam mit den Leuten sofort gut klar, man konnte gut mit ihnen arbeiten und insofern hat sich alles ziemlich schnell eingespielt, finde ich.

SpiriTV: Kanntest Du die Band auch schon vorher?

Sami: Auch ich kannte die Band vorher, ich hab sie einmal live gesehen und fand's wirklich ganz gut. Es war ein bisschen was anderes, wie ich fand, im Vergleich zu den anderen Bands. Es ist auf jeden Fall ’ne sehr interessante Band und gottseidank bin ich dann da irgendwie reingeschlittert.

SpiriTV: Jetzt ist kürzlich auch Euer DJ ausgestiegen. Wieso ist der nicht mehr dabei?

Frank: Lupus ist ausgestiegen, weil er jetzt endlich ’nen Studienplatz für Graphikdesign bekommen hat und er hat sich da auch wirklich jahrelang drum bemüht und möchte sich jetzt auch voll und ganz darauf konzentrieren - was ich absolut verstehen kann. Es bringt ja auch nichts, wenn dann einer so halbklar auf der Bühne steht und im Kopf schon wieder die nächste Zeichnung macht.

SpiriTV: Also kann's sein, dass er Euch später noch mal unterstützen kommt oder ist er jetzt erst mal ganz raus?

Frank: Also, die Live-Auftritte spielen wir jetzt leider ohne DJ,was aber, soweit wie ich das mitkriege von den Reaktionen her, der Qualität keinen Abbruch tut. Und ich könnte mir schon vorstellen wenn man jetzt irgendwie im Studio ist und sagt, wir würden jetzt ganz gern was machen, dass man halt den Lupus fragt und dass er dann sagt ‚Ja gut ich mach da noch mal was’. Aber das wird hoffentlich nicht der Fall sein, weil wir bis dahin schon ’nen neuen DJ haben. Wir suchen jetzt definitiv ’nen neuen DJ.

SpiriTV: Ist ja im Prinzip dann auch ein bisschen so wie diese Casting-Sachen, die Ihr ja eigentlich nicht gut findet, wenn man wieder jemand Neues sucht?

Frank: Ja klar, aber es gibt ja jetzt im Grunde dahingehend keinen anderen Weg. Wir suchen ja jetzt nicht jemanden, um den zum Superstar zu machen. Sondern wir suchen jemanden, der ein bisschen geschickte Finger hat und mit den Reglern gut umgehen kann. Einfach weil wir schon irgendwie wieder komplett sein wollen. Es ist auch jetzt in Ordnung – definitiv -, nur es gibt zu viele Songs, wo das Scratching ein sehr wichtiges Element ist, was einfach auch live nicht fehlen darf und deshalb ist es dann schon besser, wenn wir da jemand haben. Manche Leute sagen, ihr könnt’s ja auch live vom Band abfeuern oder sowas, aber ich find’s einfach immer netter, wenn da noch jemand dabei ist, und ich find das Bandbild mit fünf Leuten eigentlich auch schöner.

Weitere Infos rund um Crosscut findet Ihr unter www.crosscut.tv !!

 


 

 

 
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