| Echt, gewinnend – menschlich ! |
|||
|
Mit Grönemeyer ist ein deutscher Musik-Star zurückgekehrt, der viel zu verarbeiten hatte, nachdem seine Frau gestorben war. Doch er ist gestärkt und hat um so eindrucksvoller seinen „Weg“ wiederentdeckt, eine „neue Zeitreise“ angetreten. Dennoch entnimmt man seinen Liedern den traurig-besinnlichen Moment („Du fehlst“) und man erahnt seine Gefühlslage des „Nicht-wissen-wohin“ und des Verlorenseins. Ihm gelingt es nahezu in spielerisch-erscheinender Art in seinen Liedern – trotz seiner Trauerphase – zum Aufbruch zu blasen, dazu anzustoßen ins Leben zurückzufinden. Doch dahinter steckt mehr: Hier komponiert ein von der Trauer gezeichneter Poet, der um die Freuden und Schicksalsgefangenheit des Mensch-Seins, des wechselvollen Lebens, weiß. Sein Album ist – je nach dem – eine einzige große Liebeserklärung oder eine Ode an das Leben. Er benutzt griffige Metaphern, eindrucksvolle Wortwendungen wie „Neuland“, und „dein Löffel hat ein Loch“, er fühlt sich „unbewohnt“, blickt ins Licht und „blickt zurück“. Das was er darstellt kann man ihm nachempfinden, er bewegt. Er wirkt natürlich, echt – und lässt sich doch nicht hängen. Er ermuntert – fordert geradezu dazu auf – „sein Kreuz in den Sturm“ zu halten, „Neuland zu stecken“, „selbstbefreit den Weg zum Meer“ zu gehen. Er wirkt glaubhaft und authentisch – und präsentiert sich in robust starker Form. Gerade das nachempfinden zu können, was ihn bewegt (hat), macht ihn aber erst sympathisch. Seine gesanglichen Botschaften haben Charakter, sind Lebensrezepte, und unterscheiden sich deshalb derart massiv von dem oft oberflächlichen, kommerziellen Sing-Sang unserer Tage. Ihm gelingt es – wenn auch bei Zeiten in rauer Form – eine kraftvolle Melodie mit seinem sprachlichen Ausdruck zu verschwistern, miteinander wirken zu lassen. Seine Melodie schafft Stimmung, seine Sprachwahl überzeugt – und beides vereint begeistert oder macht nachdenklich. Man kann denken, dass seine Art der Verarbeitung männlich erscheint, er bewahrt Haltung (auch in der Trauer); doch offenbart er sich dem Publikum emotional – kehrt sein Inneres nach außen – und zeigt sich menschlich. Das nämlich ist die banale und so bedeutende Mitteilung, die für ihn die zentrale Instanz des Lebens auszumachen scheint: Er singt wie ein Mensch und will als Mensch angenommen werden – nicht als Mann oder „Popstar“. Der Mensch zählt für ihn als Wert an sich! Er will etwas erzählen, seine Audienz an seiner Lebenserfahrung teilhaben lassen und sie (auf ihrem Weg) bestärken. Das lässt sein Werk zu einem gewinnenden Element werden, dessen ideeller Wert von jedem Hörer selbst zu erschließen sein wird.
|
|||
|
Wie gefällt Euch dieser Beitrag? Sagt uns Eure Meinung im Forum !!!
|
|||
![]()
© SpiriTV
e.V. 2001. Impressum
SpiriTV e.V. ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Seiten.
Hinweise zum RealPlayer