Zwischen Klassik und Metal – Das Haggard Interview

 

von Markus Klausen

Angefangen zu musizieren haben Haggard bereits im Jahre 1991. Damals jedoch noch vornehmlich als reine Death Metal Band. Erst im Verlauf der Jahre kamen die Klassik Elemente und weitere Bandmitglieder dazu, die den heutigen Stil der inzwischen auf zwanzig Leute angewachsenen Combo prägen.

Jetzt haben „Haggard“ ihr drittes Album am Start, welches den Namen „Eppur si muove“ trägt, was so viel bedeutet wie „…und sie bewegt sich doch“, eine Anspielung auf Galileo Galilei, dessen Konterfei auf dem CD-Cover abgebildet ist.

Warum das Album gerade dieser historischen Persönlichkeit gewidmet ist, und was es bedeutet, in einer Band mit zwanzig Mitgliedern Musik zu machen, erzählt uns Asis Nasseri, Sänger und gleichzeitig Kopf von „Haggard“.

SpiriTV:
Euer neues Album steht ganz im Zeichen Galileo Galileis. Wie ist es dazu gekommen, und welche Bedeutung hat diese historische Figur für Dich?

Asis Nasseri:
Galilei vereint alle meine Interessen: Italien, Mittelalter und Astronomie. Es lag also auf der Hand, das Thema zu wählen, zumal er sich unsere Huldigung durch die CD auch verdient hat: Galilei ist eine faszinierende Persönlichkeit – die Jupitermonde, das Teleskop, Magnetismus, Mechanik... Er war wirklich ein kluger Kopf. Außerdem hat Galilei für seine Ideale gekämpft, auch wenn es ihm dadurch dreckig ging. Das finde ich mehr als beeindruckend.

SpiriTV:
Beim Song „Herr Mannelig“ wird man sofort an die Band „In Extremo“ erinnert, die das Lied auch zweimal auf ihrem Album drauf haben. Wie kam es zu der Entscheidung, diesen Song für Euer Album zu nehmen, zumal Ihr mehr oder weniger dasselbe Publikum bedient?

Asis Nasseri:
Herr Mannelig ist ein interessanter und schöner Song und bietet auch musikalische Reize. Ich finde ihn schon sehr lange attraktiv. Der Text wurde ins Italienische übertragen, da bei uns keiner ein properes Alt-Norwegisch spricht (lacht). Er ist sehr sphärisch geworden und fügt sich dadurch perfekt in die CD ein. Davon, dass In Extremo den Song gecovert hat, habe ich erst erfahren, nachdem wir die Pauken für den Song eingespielt hatten. Der Song ist allerdings auch anders interpretiert, allein schon durch die italienische Sprache.

SpiriTV:
Bei Eurem Debüt ward Ihr schon mit sechzehn Leuten unterwegs. Jetzt seid Ihr sogar zwanzig. Bringt das nicht auch jede Menge logistische Probleme mit sich? Stichworte: Hallen- und Bühnengröße, Tourbus etc…

Asis Nasseri:
Nun, wir waren mit dem großen Tourtross schon einige Male unterwegs, ich mach mir da keine großen Sorgen: Die Band passt harmonisch zueinander und ich bin sehr gerne mit meinen Musikern unterwegs. Vor allem die Damen in der Band sind ein starker Ruhepol, den ich sehr genieße. Ansonsten ist es natürlich mehr Aufwand als bei einer 4-Mann-Combo. Es zahlt sich allerdings aus, gerade live. Es ist einfach geil, mit so vielen Leuten zu musizieren.

SpiriTV:
Wie sieht bei Euch auf der Tour ein, sofern man davon sprechen kann, normaler Tagesablauf aus?

Asis Nasseri:
Genauso wie bei jeder anderen Band: Aufstehen, Frühstücken, Soundcheck, der etwas länger dauern könnte (lacht), nochmaliges Durchsprechen des Sets. Danach das lange Warten auf den Gig.

SpiriTV:
Gibt es bei Euch eigentlich auch schon mal Streit in der Band? Wenn ja, wie geht Ihr in der großen Gruppe damit um?

Asis Nasseri:
Natürlich gibt es Unstimmigkeiten. Die kommen in jeder Band vor. Ich versuche dann, die Band-Papa-Rolle zu übernehmen, was meist ganz gut klappt.

SpiriTV:
Wie wichtig ist Euch der Kontakt mit den Fans, und was macht überhaupt den Reiz des Live-Spielens für Euch aus?

Asis Nasseri:
Die Fans sind mit einer der wichtigsten und verpflichtendsten Gründe, die das Spielen in einer Band mit sich bringt. Sie sind das wichtigste Kapital einer Gruppe. Der Reiz an den kommenden Konzerten ist, den Fans das neue Material auch live vorzustellen. Es ist einfach geil zu spielen und die Reaktionen der Fans zu sehen.

SpiriTV:
Vielen Dank für das Interview.

Weitere Infos:
Tracklist:
01 All’inizio è La Morte
02 Menuetto In Fa-Minore
03 Per Aspera Ad Astra
04 Of A Might Divine
05 Gavotta In Si-Minore
06 Herr Mannelig
07 The Observer
08 Eppur Si Muove
09 Larghetto / Epilogo Adagio
10 Herr Mannelig (short version)

Gesamtspielzeit: ca. 50 Minuten

Info-Links:
www.haggard.de
www.haggard-merch.de



 


 
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