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Kinokritik: Herr der Ringe |
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Es ist Sonntag, der 30.Dezember 2001. Obwohl der Film erst um 20.15 Uhr beginnt, haben wir uns schon um 19.30 Uhr vor dem Cinedom verabredet - schließlich war uns klar, dass man kurz vor Schluss für einen Film wie „Der Herr der Ringe“ keine Karten mehr bekommen würde. Leider dachten wir nicht mehr an die Inschrift des Ringes: „Ein Film sie zu knechten, Ausverkauft! Eine Woche später, in der 16.00 Uhr-Vorstellung, haben wir mehr Glück. Mit Popcorn und Cola eingedeckt, sicherheitshalber noch mal schnell zur Toilette gegangen, waren wir bestens gewappnet für einen 3-stündigen Kinomarathon. Die Handlung war mir aus der Romanvorlage bekannt, da ich sie in den Wochen zuvor noch gelesen hatte. Aber für alle, die außer dem Titel noch nichts von Film und Buch gehört haben: Nein, mit „Herr der Ringe“ ist nicht Fritz Schramma gemeint. Vielmehr handelt es sich um Fingerringe. Und zwar um ganz besondere... In den ältesten Tagen von Mittelerde wurden die Ringe der Macht geschmiedet: Drei für die Elbenkönige, sieben den Zwergenherrschern, neun den Menschen, und Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Hause des Elben Elrond werden die Gefährten für diese gefährliche und schier aussichtslose Mission zusammengestellt: Ringträger Frodo mit drei seiner Hobbit-Freunde, Zauberer Gandalf der Graue, der Waldläufer (und Königsnachfahre) Aragorn, der Elbe Legolas, der Zwerg Gimli und der Menschenvertreter Boromir.
Schon anhand dieser kurzen Inhaltsbeschreibung lässt sich erahnen, dass dies alles schwer in einem Film umzusetzen ist. Und man kann nur sagen: gut, dass dieses Buch erst jetzt verfilmt wurde. Denn die Leibhaftigkeit, mit denen die Dämonen und Schreckensfiguren in „Der Herr der Ringe“ auf die Leinwand gebracht wurde, ist ein Meisterwerk moderner Filmkunst. Ein Film, in dem Special Effects nicht um ihrer selbst Willen gemacht werden, sondern weil die Romanvorlage es erfordert. Vom ersten Moment an besticht „Der Herr der Ringe“ durch seine Bilder: erst die Rückblende auf die Geschichte des Ringes mit Szenen aus dem Schicksalsberg und der Schlacht gegen Sauron, dann das Dorf Hobbingen (Heimat von Frodo) inmitten idyllischer Natur, die Invasion der unheimlichen schwarzen Reiter... Manches ist schillernder und detailreicher dargestellt als man es sich vielleicht beim Lesen des Buches ausgemalt hat. Es kommen dann „Aha-Effekte, etwa: „ach, so sehen also die Baumwohnungen der Elben in Lorien aus.“
Dass die Drehbuchautoren am Ende als Showdown kurzerhand noch eine kleine Schlacht mit den Orks einfügen und dabei einen der Gefährten sterben lassen, wollen wir mal verzeihen - vielleicht braucht das Filmpublikum das. Einzig der Schlusssatz von Aragorn „kommt, lasst uns Orks jagen!“, mit dem er die verbleibenden Gefährten aufbaut, nachdem Frodo mit seinem Freund allein Richtung Mordor weitergezogen ist, stellt ein unangenehmes, weil sehr aufgesetztes, Happyend dar. Da die Romanvorlage viel zu bieten hat, kommt in keiner der 178 Filmminuten Langeweile auf. Immer wenn sich die Gefährten gerade in einer Elbenhochburg erholt haben, spannt sich der Spannungsbogen gleich wieder zum nächsten Abenteuer.
Alles in allem kann „Der Herr der Ringe“ sicherlich als ein großartiger Film bezeichnet werden, den man sich auf jeden Fall angucken sollte - und zwar solange er noch auf Großleinwand zu sehen ist. Infos-Links: |
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