Julian Dawsons neues Album

 

von Gisela Hartmann

CD-Cover

Der englische Sänger Julian Dawsons begann seine Profikarriere im hessischen Kurort Bad Nauheim, wo seine Anwesenheit – wie er selber sagt – „das Durchschnittsalter um 25 Jahre gesenkt hat“. Dawson hatte in England Kunst studiert, schon bald aber wurde ihm klar, dass es eigentlich die Musik war, die ihn wirklich faszinierte. Also folgte er dem Angebot einer Band, die für die in Deutschland stationierte US-Army Musik machte. Als er England verließ, hatte er die Beatles im Hinterkopf und hoffte insgeheim, in ihre Fußstapfen treten zu können. Daraus wurde nichts...Ziemlich bald erkannte er, dass die GI-Belustigung mit gecoverten Songs nicht sein Ding war und trennte sich von der Band. Von nun an begann seine Solo-Karriere als Songschreiber, Musiker und Sänger. Als er nach England zurückkehrte, hatte er sich in Deutschland bereits einen Namen gemacht. Heute hat er ein Fanpublikum in ganz Europa aber auch in den USA. Von seinen guten Kontakten nach Deutschland zeugt unter anderem die Freundschaft mit BAP, mit denen er vor Jahren zusammen auf Tournee ging.

Das neue Album des fast 50jährigen Engländers heißt „Bedroom Suite“ – und es wird diesem Namen zweifellos gerecht. Fast alle Songs beschäftigen sich mit dem Zustand, den der Oberbegriff ‚Liebe’ ganz passend zusammenfasst. Seine Lieder sind aber keine Liebeslieder im herkömmlichen Sinn – man muss weder frisch verliebt sein, noch in trübsinnigsten Liebeskummer schwelgen, um sich „Bedroom Suite“ gerne anzuhören. Für ihn stellt das Album den Mikrokosmos aus Ehe und Beziehung dar. Es ist ebenso „ein Blick zurück, wie auch ein optimistischer Blick nach vorne nach einigen persönlichen Schicksalsschlägen.“ Im Mittelpunkt von Dawsons Songs stehen nicht die Instrumente, sondern seine warme, melodische Stimme. Aber nicht nur Dawson ist auf der Platte zu hören, auch seine beiden Töchter lässt er zu Wort bzw. zu Ton kommen. Die 9-jährige Clancy begleitet ihn mit dem Tamburine, während die 18-jährige Holly auf dem Opener „Dreams like trains“ mit ihrem Vater im Duett singt. Julian Dawson übertreibt nicht, wenn er die Stimme seiner Tochter als „wirklich göttlich“ bezeichnet.

Jeder Song hat eine eigene, spannende Geschichte: „Why do I do it?“ war ehemals ein Kinderlied und der Bonustrack „Waiting for a plane“ erinnert an den 9. September 2001. Dawson, am besagten Tag unterwegs Richtung USA, wurde nach den Terroranschlägen nach Neufundland umgelenkt und musste dort eine Woche ausharren. Die Ballade hat er den Mitreisenden gewidmet, mit denen er sich in der Einsamkeit Neufundlands angefreundet hat.

„Bedroom suite“ ist seit dem 8.3.2004 im Handel. Zeitgleich geht Julian Dawson auf Deutschland-Tournee, um seinen deutschen Fans die Platte höchstpersönlich vorzustellen. Auf ein Wiedersehen freut er sich schon...

 

 

 


 
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