| Asian Dub Foundation | ||||||||||
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von Lukas Stelmaszyk, Kamera und Schnitt : Markus Klausen
Dabei erinnert die Laufbahn der Foundation ein wenig an die Big Boys der britischen Rockszene "The Clash". Auch wenn sie es mit ihrer früheren Arbeit nicht geschafft haben, das ganz große Publikum zu erreichen, verbreiten sie mittlerweile überall Enthusiasmus und sichern sich den Respekt vieler Menschen. Mit den Auftritten ihres Soundsystems, bestehend aus dem Bassisten und Lehrer Dr. Das, DJ und Bürgerrechts-Aktivist Pandit G und dem brillanten MC Deedar Zaman hat die ADF 1993 den Grundstein für ihre multikulturelle Identität gelegt. Später kam Gitarist Chandrasonic und Programmierer-Wunderkind Sun J hinzu. Die Band entwickelte sich über Auftritte bei Anti-Rassismus-Konzerten zu einem der großen Herausforderer der britischen Musikszene, die noch immer von Britpop-Fieber regiert wurde. Nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums "R.A.F.I."(1997) waren ADF mit Primal Scream auf Tour, kurz bevor sie als Support für ein David Bowie Konzert eingeladen wurden. Die Kampagne für die Freilassung von Satpal Ram (ein eingewanderter Arbeiter, der des Mordes für schuldig befunden wurde, weil er sich bei einem rassistischen Angriff selbst verteidigt hatte), rückte die Band ins Rampenlicht. ADF wurden eingeladen, um auf dem "Fuki Rock Festival" in Japan zu spielen, wo sie bereits eine große Fangemeinde hatten, noch bevor sie mit den Beastie Boys auf Tour gingen. Nach der Veröffentlichung des dritten Albums "Community Music" (1999) kamen die Drummer Rocky Singh und Pritpal Rajput (der die Dohl spielt, eine traditionelle Panjabi Trommel) dazu, und die Band sicherte sich ihr Ansehen durch hoch energetische Live-Perfomances. Inspiriert durch die soziale Aussage von "Hass", ein Film von Mathieu Kassovitz über das Leben von drei Teenagern in den Vororten von Paris (Ghotika), haben ADF den Soundtrack neu geschrieben und bei der Aufführung des Films live gespielt.
Doch der Auftritt, der alle am meisten bewegte, war am 31. März 2001 im Barbican in London, als Satpal Ram, der gerade ein Tag vorher frei gesprochen wurde, mit der Band auf der Bühne stand. Als Deedar sich entschied aufzuhören, hatten ADF die zwei MC's Aktar und Spex eingeladen, um die Band auf ihrem nächsten Abenteuer zu begleiten: die Aufnahmen zu ihrem vierten Album "Enemy of the Enemy" (2003). Um nicht für immer und ewig auf ihrem charakteristischen Sound, der sich im Bandnamen widerspiegelt, reduziert zu bleiben, haben ADF entschlossen, eine Anzahl neuer Mitglieder in ihr Team einzubinden. Ghetto Priest war der erste Neueinsteiger und gab den Songs auf "Tank", dem aktuellen Album, eine neue Ausrichtung. Der stetige Einfluss von Priest rief den genialen Sänger Horace Andy aus Jamaica auf den Plan, ein starker Kontrast zu dem eher Hip Hop-lastigen Spex. Durch die Zusammenarbeit mit Ben Watkins (Komponist des Soundtracks zur Matrix Trilogie und Mitglied von Juno Reactor) und Adam Wren (Leftfield's Sound Engineer) haben ADF eine mehr elektronische Richtung eingeschlagen, wie gleich der unwiderstehliche Dance-Rhythmus des Album Openers "Fly Over" zeigt. Allein dieser Song fasst all das zusammen, was die Besonderheit von ADF ausmacht: Musik zu machen, die den Geist und Körper, durch Schaffung von Bewusstsein für die Probleme unserer Zeit, bewegt. Wie der Titel schon andeutet ist "Tank" ein Album, das in einer Zeit der Kriege entstanden ist. Der Song "Oil" beschäftigt sich mit der Abhängigkeit von ökonomischen Interessen aller beteiligten Länder; "Take Back the Power" ist ein Anprangern des Machtmissbrauchs von Diktatoren; "Warring Dohl" bezieht sich auf die Situation in Pakistan und Bangladesh, während "The Round Up" eher wie eine generell finstere Warnung klingt. Auf "Tank" zeigt das Kollektiv erneut seine Offenheit für neue Sounds: Mad Mike von Detroit Underground Resistance (gegründet mit Jeff Mills), ein weiterer großer Name im Land der Integrität, spielt bei "Powerlines" mit, während bei "Tomorrow Begins Today" originale Reggae-Klänge zum Zuge kommen. "Melody 7", das instrumentale Abschlusslied des Albums, erinnert an die Arbeit der Band zu dem Soundtrack für "Hass", die sie zu La Bataille d`Alger (ein Film der aufgrund seiner politischen Aussage 1965 verboten wurde) wieder aufgenommen haben. Das Ganze ist aktueller denn je, denn das Pentagon hat den Film 2003 im Rahmen ihres Krieges gegen die irakischen Rebellen angeschaut.
Weitere Infos: Am 28.02.2005 erschien das neue Album "TANK" Tracklist:
Live könnt Ihr die ADF auf ihrer Deutschland-Tour ab April sehen und hören:
26.04. München - Muffathalle | ||||||||||
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