Asian Dub Foundation
 

von Lukas Stelmaszyk, Kamera und Schnitt : Markus Klausen

 

Asian Dub Foundation
Asian Dub Foundation
Die Initialen der Asian Dub Foundation, ADF, stehen seit jeher für Integrität, politisches Engagement und die Energie geladene Fusion musikalischer Stile. Bereits mit dem ersten Album "Facts And Fiction", das 1996 veröffentlicht wurde, hat das Kollektiv eine rasante Entwicklung durchgemacht. Durch das ständige Aufgreifen von sensiblen Themen und die Einbindung von diversen Künstlern konnte das Soundspektrum stetig erweitert werden und ist zu dem gereift, was es heute ist.

Dabei erinnert die Laufbahn der Foundation ein wenig an die Big Boys der britischen Rockszene "The Clash". Auch wenn sie es mit ihrer früheren Arbeit nicht geschafft haben, das ganz große Publikum zu erreichen, verbreiten sie mittlerweile überall Enthusiasmus und sichern sich den Respekt vieler Menschen.

Mit den Auftritten ihres Soundsystems, bestehend aus dem Bassisten und Lehrer Dr. Das, DJ und Bürgerrechts-Aktivist Pandit G und dem brillanten MC Deedar Zaman hat die ADF 1993 den Grundstein für ihre multikulturelle Identität gelegt. Später kam Gitarist Chandrasonic und Programmierer-Wunderkind Sun J hinzu. Die Band entwickelte sich über Auftritte bei Anti-Rassismus-Konzerten zu einem der großen Herausforderer der britischen Musikszene, die noch immer von Britpop-Fieber regiert wurde.

Nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums "R.A.F.I."(1997) waren ADF mit Primal Scream auf Tour, kurz bevor sie als Support für ein David Bowie Konzert eingeladen wurden. Die Kampagne für die Freilassung von Satpal Ram (ein eingewanderter Arbeiter, der des Mordes für schuldig befunden wurde, weil er sich bei einem rassistischen Angriff selbst verteidigt hatte), rückte die Band ins Rampenlicht. ADF wurden eingeladen, um auf dem "Fuki Rock Festival" in Japan zu spielen, wo sie bereits eine große Fangemeinde hatten, noch bevor sie mit den Beastie Boys auf Tour gingen.

Nach der Veröffentlichung des dritten Albums "Community Music" (1999) kamen die Drummer Rocky Singh und Pritpal Rajput (der die Dohl spielt, eine traditionelle Panjabi Trommel) dazu, und die Band sicherte sich ihr Ansehen durch hoch energetische Live-Perfomances. Inspiriert durch die soziale Aussage von "Hass", ein Film von Mathieu Kassovitz über das Leben von drei Teenagern in den Vororten von Paris (Ghotika), haben ADF den Soundtrack neu geschrieben und bei der Aufführung des Films live gespielt.

Asian Dub Foundation - TANK
Asian Dub Foundation - TANK

Doch der Auftritt, der alle am meisten bewegte, war am 31. März 2001 im Barbican in London, als Satpal Ram, der gerade ein Tag vorher frei gesprochen wurde, mit der Band auf der Bühne stand. Als Deedar sich entschied aufzuhören, hatten ADF die zwei MC's Aktar und Spex eingeladen, um die Band auf ihrem nächsten Abenteuer zu begleiten: die Aufnahmen zu ihrem vierten Album "Enemy of the Enemy" (2003).

Um nicht für immer und ewig auf ihrem charakteristischen Sound, der sich im Bandnamen widerspiegelt, reduziert zu bleiben, haben ADF entschlossen, eine Anzahl neuer Mitglieder in ihr Team einzubinden. Ghetto Priest war der erste Neueinsteiger und gab den Songs auf "Tank", dem aktuellen Album, eine neue Ausrichtung. Der stetige Einfluss von Priest rief den genialen Sänger Horace Andy aus Jamaica auf den Plan, ein starker Kontrast zu dem eher Hip Hop-lastigen Spex. Durch die Zusammenarbeit mit Ben Watkins (Komponist des Soundtracks zur Matrix Trilogie und Mitglied von Juno Reactor) und Adam Wren (Leftfield's Sound Engineer) haben ADF eine mehr elektronische Richtung eingeschlagen, wie gleich der unwiderstehliche Dance-Rhythmus des Album Openers "Fly Over" zeigt.

Allein dieser Song fasst all das zusammen, was die Besonderheit von ADF ausmacht: Musik zu machen, die den Geist und Körper, durch Schaffung von Bewusstsein für die Probleme unserer Zeit, bewegt.

Wie der Titel schon andeutet ist "Tank" ein Album, das in einer Zeit der Kriege entstanden ist. Der Song "Oil" beschäftigt sich mit der Abhängigkeit von ökonomischen Interessen aller beteiligten Länder; "Take Back the Power" ist ein Anprangern des Machtmissbrauchs von Diktatoren; "Warring Dohl" bezieht sich auf die Situation in Pakistan und Bangladesh, während "The Round Up" eher wie eine generell finstere Warnung klingt. Auf "Tank" zeigt das Kollektiv erneut seine Offenheit für neue Sounds: Mad Mike von Detroit Underground Resistance (gegründet mit Jeff Mills), ein weiterer großer Name im Land der Integrität, spielt bei "Powerlines" mit, während bei "Tomorrow Begins Today" originale Reggae-Klänge zum Zuge kommen. "Melody 7", das instrumentale Abschlusslied des Albums, erinnert an die Arbeit der Band zu dem Soundtrack für "Hass", die sie zu La Bataille d`Alger (ein Film der aufgrund seiner politischen Aussage 1965 verboten wurde) wieder aufgenommen haben. Das Ganze ist aktueller denn je, denn das Pentagon hat den Film 2003 im Rahmen ihres Krieges gegen die irakischen Rebellen angeschaut.

 

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Weitere Infos:
Am 28.02.2005 erschien das neue Album "TANK"

Tracklist:
01 Flyover
02 Tank
03 Hope
04 Round up
05 Oil
06 Powerlines
07 Who runs the place
08 Take back the power
09 Warring Dohl
10 Tomoorow begins today
11 Melody 7

Live könnt Ihr die ADF auf ihrer Deutschland-Tour ab April sehen und hören:

26.04. München - Muffathalle
27.04. Darmstadt - Centralstation
28.04. Stuttgart - Zapata
29.04. Hamburg - Große Freiheit
30.04. Berlin - Huxley´s Neue Welt

 

 


 
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