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Musikkritik: DJ Shadow - The Private Press |
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"Private Press" ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Plattensammlung von DJ Shadow einen exorbitanten Umfang zu haben scheint. Er bedient sich in "DJ-esquer" Willkür jeder erdenklichen, noch so bizzaren Musik und fügt alles sehr sorgfältig zusammen und kreiert seinen eigenen, unverwechselbaren Sound. "Meine Philosophie ist es, jede Veröffentlichung anders zu gestalten als die vorherigen", sagt Josh Davis von sich selbst. Wer also eine Fortsetzung des Debütalbum "Endtroducing" erwartet, der wird beim ersten Hören zunächst überrascht sein. Die Musik, Klänge und Sounds variieren von einem Stück zum nächsten. Dabei hat DJ Shadow nichts von seiner musikalischen Experimentierfreudigkeit eingebüßt. Immer wieder begeistert er mit interessanten Klangcollagen. Getreu seinem Motto erinnern nur wenige Stücke aus "Private Press" an das vorherige. "Giving up the Ghost". In nahezu jedem Stück dominieren ausgefeilte Breaks und perfekt inszenierte Schlagzeugsamples. Sie überschlagen sich, klingen hektisch, machen die Musik zu etwas Besonderem. Die Musik ist elektrisierend! Aufatmen kann man beim Stück "Six Days". Es gibt Zeit zum Verschnaufen und wieder zur Ruhe zu kommen. Nostalgisches Plattengeknister ist schön anzuhören und bringt die Musik insgesamt in ein angenehmes Gleichgewicht. Hier und da wunderschöne Klaviersamples, Streicher und alles, was gut klingt.
Shadow arbeitet auch viel mit Sprache, allerdings nicht mit seiner eigenen. Dazu bedient er sich ebenfalls seines unerschöpflichen Plattenfundus. So zum Beispiel bei "Right Things", bei dessen perkussiver Umsetzung einem die Tränen kommen möchten vor Freude und Begeisterung. "Blood on the Motorway" eignet sich dank der wunderschönen, melancholischen Männersingstimme wohl am Besten zum "Runterkommen" in nachdenklichen Momenten. Im Unterschied zu "Endtroducing" hat "The Private Press" nicht mehr die Exklusivität. Damals war es DJ Musik, die dem einen oder anderen fremdartig erschienen sein mag. Jetzt ist das anders. Sie hat keineswegs an Tiefe verloren, aber sich doch merklich verändert. Vieles bleibt im Detail versteckt, Unterschiede sind nicht immer sofort hörbar. Die Musik braucht manchmal einige Zeit um sich zu entfalten. Das Auffälligste von "The Private Press" ist der Einsatz elektronischer Samples. Manchmal sind es Nuancen, manchmal ist es das Motiv eines Tracks, die der Musik einen elektronischen Charakter verleihen.In einer knappen Stunde stellt DJ Shadow wieder einmal sein überragendes musikalisches Talent unter Beweis. Florian Breithaupt
DJ Shadow - The Private Press (Mo Wax/Island/ Universal Records) Weitere Infos findet Ihr unter:
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