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Musikkritik: Märtini Brös - Pläy |
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Die 80er stehen wieder hoch im Kurs und fungieren auch dieser Tage gerne als musikalisches Leitmotiv. Angeführt von dem für das Jahrzehnt der Zauberwürfel typischen Casio Keyboard Sound, vollzieht der Opener Track eine 11.30 minütige Entwicklung, in dem die Disco Boys und Girls dieser Welt besungen werden. Langsam geben sie richtig Gas. Es hört sich alles danach an, als würde das so eine 80er Minimal-Techno Nummer oder wie man es neudeutsch ausdrücken - und das würde den Nagel auf den Kopf treffen - könnte: Housebeat-meets-the-eighties-Pop! Stimmt! Stimmt nicht ganz! Puristische Beatarrangements treffen auf hinlänglich bekannte Casio-Keyboard-Akkorde, die schon erfolgreich in großen Nummern wie Trios "Da da da" Dienste zum Charterfolg geleistet haben. Sounds, die klingen als stammen sie aus dem Pacman-Spiel desselben Jahrzehnts, haben hier Hochkonjunktur. Alles aber wohldosiert und im passenden Kontext minimalistischer Dance-Housemusik. Die Musik plänkelt ein bisschen durch die Weltgeschichte. Strengt nicht an und hat den richtigen Vibe. Hier und da kommt eine neue Tonspur dazu. Minutiös geplant. Das wirkt dann irgendwie wie feingewebtes Netzwerk aus Retrosounds, eine Klangcollage aus coolen Basedrums, poppigen Hooklines und spacigen Deutsch-Englischmix-Voicesamples. "Ultrastar" und "Audiopark 2002" kommen ausnahmsweise ganz ohne das herkömmliche Beatgerüst aus. Ersteres klingt ein bisschen wie ein Abklatsch von einem Air oder Zero7 Klassiker, nur die synthetischen Streicher wollen so gar nicht zur Stimmung passen. Sie klingen gerade so als hätte Onkel Peter zu Weihnachten eine Heimorgel geschenkt bekommen und wollte nun enthusiastisch einen meditativen Schnulzensong alleinunterhaltermäßig zum Besten geben. Auch wenn alles darauf hindeutet, von 80er Nostalgie und trivialem Elektropop kann nicht die Rede sein. DJ Clé und Mike Vamp haben sich schon ordentlich ins Zeug gelegt und nicht bloß total verkitschte Retropopmusik aus Ihren Samplern und Computer herausgezaubert. Vielleicht ist ihre Musik die Neudefinition von Popästhetik. Florian Breithaupt Info-Links.
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