Prong Konzert im Kölner Prime Club

 

von Alexander Bauer
quelle: www.prong-23.com

Einlass war an diesem Abend bereits um 20 Uhr, aber die erste Vorband Harmful begann erst kurz vor 22 Uhr zu spielen. Mit ihrem Crossover-Metal sorgten sie an diesem Abend mit ihrem halbstündigen Auftritt für gute Stimmung, in dem mit 200 Leuten gefüllten Prime Club. Die sympathischen Jungs brachten ein sehr amtliches Set dem interessiert zuhörenden, aber wenig mitgehendem Publikum entgegen. Der Sänger bewies eine sehr gute Ausstrahlung, und outete sich erst beim dritten Song durch seine Ansage als Deutscher. Besonders gut gefiel mir der sehr ruhige, und eingängige Song, den der Sänger seiner Großmutter widmete. Lustig anzuschauen war auch der Bassist, der in ein wenig spastischer Manier über die Bühne wippte und so unfreiwillig komisch wirkte.

Die zweite Vorband des Tages waren Breed 77. Mit ihrem South West Coast Metal wirkten sie wie ein Abklatsch von Linkin Park. Der Bühneneinsatz von Breed war jedoch außerordentlich gut. Der Sänger brüllte und kotzte seine Texte regelrecht heraus und erwies sich auf der Bühne als nicht zu bändigender Gummiball. Auch der Drummer erzeugte mit seinem Einsatz einen starken Druck für die Band, doch kann dies alles nicht über das mäßige Songmaterial hinwegtäuschen. Obwohl technisch gut umgesetzt und eindrucksvoll auf der Bühne präsentiert, wurde ich die ganze Zeit nicht den Gedanken los, dass alles bereits schon mal in gleicher Manier irgendwo gehört zu haben. Nach dem 45-minütigen Auftritt erklärte der Sänger noch, dass die heutigen Bands auf den Verkauf von Merchandise Artikeln angewiesen seien und bat das Publikum durch den Kauf sich am Unterhalt der Bands zu beteiligen. Inwieweit diesem Aufruf gefolgt wurde, kann ich aber leider nicht sagen.

Dann endlich kam die Hauptband Prong. Das Publikum begann zu johlen, und zum ersten mal an diesem Abend entstand eine wirklich gute Stimmung, und die ersten Leute kämpften sich den Weg frei auf die Bühne zum stagediven. Die mittlerweile alle leicht bierbäuchig gewordenen Mannen überzeugten mit klasse Songs. Der nicht immer die richtige Tonlage treffende Sänger und angegraute Frontmann zeigte den Gästen was es bedeutet, musikalisch im Metalolymp zu stehen.

Eigenständige Songs wie „Snap your fingers, snap your neck“, „Prove you wrong“, „Beg to differ“ oder „Third from the sun“ zeigten dem begeisterten Publikum,dass auch vor der Zeit des Nu-Metal schon gute Musik existierte, die teilweise auch um einiges eigenständiger ist.

Das Stagediving artete dann dermaßen aus, dass ein Ordner sich auf der Bühne postierte und die Mannen zurückwies. Vor der Bühne entstand ein Pogo-Mosh-Zirkel, in dem sich nichts geschenkt wurde. Den ruhigeren Gemütern bot die Absperrung Schutz vor allzu begeisterten Fans. Bei den letzten Songs des fast zweistündigen Auftritts lies es sich der pockennarbige Frontmann Tommy Viktor nicht nehmen, seine körpereigenen Masse für drei Hopser in die Luft zu bewegen. Sonst zeigte sich sein Bühneneinsatz eher verhalten. Aber was soll’s. Wer Songs von solcher klasse besitzt, hat es nicht nötig, sich auf der Bühne zu verausgaben. Prong live ist eine Macht. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich ihren Auftritt nicht entgehen lassen.

 

 

 
Wie gefällt Euch dieser Beitrag? Sagt uns Eure Meinung im Forum !!!
 


© SpiriTV e.V. 2001. Impressum
SpiriTV e.V. ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Seiten.
Hinweise zum RealPlayer