Bittersüß-Melancholischer CD-Tipp!
 

von Michael Vaupel

 

Craig Ross - seine fragile Stimme überzeugt voll und ganz
Craig Ross -
seine fragile Stimme überzeugt voll und ganz
"Who on earth is Craig Ross ?" Das ist der Mann, der mit "The Greater Good" einen weiteren Anlauf nimmt, um eine Solokarriere zu starten.

Sein Plattenlabel teilt mit, dass er bereits vor acht Jahren ein Album veröffentlicht hat, das aber weitgehend unbeachtet blieb. Ich brauche also kein schlechtes Gewissen haben, dass ich davon noch nie etwas gehört habe. Damals stand für Craig Ross aber ohnehin das Songwriting und Produzieren für andere - wie Lisa Germano, in Europa kaum bekannt, in den USA dagegen schon - im Mittelpunkt.

Jetzt möchte er es selber noch einmal wissen: Als Musiker, nicht als Produzent. Und es hat sich als richtig erwiesen, dass Craig Ross nicht nur als Produzent hinter dem Mischpult steht, denn seine Musik ist topp!

Wie ist sie also, seine Musik? Alternativ angehaucht, viel Folk, guter Country ā lā Johnny Cash, gelegentlich rockigere Gitarren, eingängige Melodien. Das lässt sich nicht leicht in eine Schublade stecken. Immer im Mittelpunkt steht die faszinierende Stimme von Craig Ross. Diese wirkt oft recht fragil, gerade das macht sie aber sehr so charakteristisch und interessant.

Noch eine Anmerkung zum CD-Cover, das mich vom Stil her sehr an das Cover des zweiten Longplayers der "Presidents of the United States" erinnert hat: Dort sieht man Craig Ross mit Grubenarbeiterhelm vor einer Gruppe von Bergarbeitern (altes Foto), hinter ihm sein Großvater, alles in Schwarzweiß. Irgendwie passt das sehr gut zu der Stimmung, die das Hören der CD erzeugt. Warum? Selber hören! Mein Lieblingssong und deshalb Anspieltipp ist die Nummer 6, "In Heaven".

Fazit: Das Plattenlabel hat Recht, wenn es meint, dass Craig Ross mit dieser CD seine Hörer(innen) in "eine ganz eigene Welt entführt". Das ist keine Party-Scheibe, sondern eine CD, die man sich eher an einem stürmischen Sonntagabend zu Hause mit einem Glas Wein anhören sollte. Mein Rat: Noch kaufen, bevor der Sommer beginnt - denn "The greater Good" ist nichts für Sonnenschein, sondern Wolken. Bittersüß-melancholisch. Mein zweites "Sehr gut" in diesem Jahr!

Tracklist:
01. Slip
02. Gone
03. Get out of the water
04. Thatīs what you get
05. Iīm the moon
06. In heaven
07. How the west was won
08. Trouble
09. Former long walk
10. Glow in the dark

Gesamtlänge : ca. 41 Minuten

 

 


 
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