Saltatio Mortis - Live auf dem Mittelaltermarkt
 

von Michael Vaupel

 

Saltation Mortis
Saltation Mortis

Saltatio Mortis "Live auf dem Mittelaltermarkt" - das ist leider nur Mittelmaß. Ohne E-Gitarren und Keyboards, aber dafür mit Dudelsäcken, Trommeln und Schalmeien legt das "Spielmannsseptett" los. Mit großer Spielfreude, und oft auch ganz netten Melodien. Aber irgendwie hat man sofort das Gefühl "schon mal gehört". Und zwar "schon besser gehört". Wieso dieses Septett nun als "zigte" deutsche Mittelaltercombo mittelalterliches Liedgut wie "In Taberna" und das "Palästinalied" spielen muss, nachdem z.B. "In Extremo" das so grandios vorgelegt haben, das wird nicht klar. Vor allem deshalb nicht, weil Saltatio Mortis bei weitem nicht an die Altmeister wie eben In Extremo, Corvus Corax oder auch Subway to Sally heranreichen. Die Musik hat zwar Pep, ist jedoch wenig originell, genauso wenig wie die schwachen, Klischee beladenen und pseudo-anzüglichen, unwitzigen Ansagen.

Für einen Mittelaltermarkt ist dies die richtige Combo, denn durch ihre Spielfreude kommt live durchaus Stimmung auf, das hört man an den Reaktionen des Publikums. Doch sich diese Live-CD zu Hause anzuhören, ist alleine schon deshalb nervig, da das Gejohle des Publikums überlaut alle paar Sekunden den ohnehin schon zweifelhaften Hörgenuss stört.

Dass es auch anders geht, hat zuletzt das sympathische Trio "Potentia Animi" (siehe dazu auch die Rezension der letzten Potentia Animi-CD auf dieser Seite) bewiesen: Hier wurde nicht einfach erneut das mittelalterliche Liedgut a la In Extremo kopiert und nachgespielt, sondern es wurden ganz eigene Akzente gesetzt. In diesem Fall mit dem Konzept der "drei unkeuschen Mönche", die in der Mönchskutte zwischen gregorianischen Gesangslinien und derbem Mittelalter-Rock hin und her wechseln und dabei Ohrwürmer wie "Domina" oder "Bruder Titus" produziert haben. Davon sind Saltatio Mortis leider meilenweit entfernt. Anstatt sich Gedanken über eine neue Nische, einen neuen Akzent im Bereich der Mittelalter-Musik zu machen, wird einfach das übliche Programm zum zigten Mal durchgezogen.

Mein Fazit: Angesichts der Spielfreude und der durchaus guten Melodien (beim alten deutschen Liedgut wie dem Palästinalied aber auch kein Wunder!) noch ein "Ausreichend plus".

Tracklist:
01. Merseburger Zauberspruch
02. Ansage: Rotkäppchen
03. Chaperon Rouge
04. Ansage: Siebenfache Essenz
05. Heptessenz
06. Ansage: Theophanu
07. Theopanus Tanz
08. Ansage: Letzte Jungfrau
09. Belicha/Bärentanz
10. Ansage: Alhambra
11. Cantiga Alhambra
12. Ansage: Tanz Der Könige
13. Danza Del Rey
14. Ansage: "Es Lebe Die Jugend"
15. Desous Le Ponte De Nantes
16. Ansage: "Wolf, Hase Und Fuchs"
17. Leporina Venatio
18. In Taberna
19. A Kenavo/Drunken Sailor/Cantiga
20. Abschied 1
21. Palästinalied
22. Abschied 2
23. Saltatio Mortis

Gesamtlänge : ca. 61 Minuten

 

 


 
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