Musikkritik: Stereotyp - My Sound (G-Stone / Vertrieb: Groove attack)

 

von Florian Breithaupt

Dort, in Wien, mischt Stereotyp schon einiger Zeit die Szene mit seinen ambitionierten Dancehall-Sounds auf. Das ansässige "Flex Soundsystem" weiß davon wohl ausführlicher zu berichten.

Pumpende Basedrums gleich zu Beginn des ersten Tracks. Ohne jeden Zweifel handelt es sich hörbar um einen kräftigen Dancehall Track. Sollten bei dem Einen oder Anderen dennoch Zweifel und Unglaube daran bestehen, möglicherweise aufgrund der für diese Art der Musik sehr untypischen, aber durchaus gelungenen elektronischen Einfärbung, wird Tikiman, einer der insgesamt acht Sänger, bouncen was das Zeug hält und jene letztlich doch überzeugen können.

Höchstens bis zum nächsten Stück, wird man sich schnell fragen!? Und obwohl auch hier Tikiman stimmlich wieder in Erscheinung tritt, klingt das doch wieder ganz anders, als das, was einem landläufig unter Dancehall ein Begriff ist. Und das ist bezeichnend für "My Sound". Sein Sound - der von Stereotyp - ist ein breites Spektrum aller erdenklichen Spielformen des Dancehall und Ragga. Für die Dauer von wenigen Minuten mischen sich ganz unbemerkt auch Hip-Hop und Soul-Sounds unter die Musik, dank großartiger Stimmen wie Collage, Trigger, Cesar und Greenwood.

Die Musik ist und bleibt im Verlauf einer knappen Stunde in ihrer Ausgestaltung experimentell, eigenwillig, elektronisch und unberechenbar. Wer sich gerade an die vorherrschende Stimmung eines Titels gewöhnt hat, wird so manches Mal vor den Kopf gestoßen. Mit "Tell Me", begleitet von dem Sänger Hubert Tubbs verfällt die Musik zeitweilig in einen Schlaf, aus dem sie vom folgenden Titel "Silence" schnell und nicht ganz unsanft wieder erwacht wird.

Kein Stück ist hier wie das andere. Fraglich bleibt am Ende sogar, ob es sich wirklich um ein Dancehall-Album handelt. Gut die Hälfte der insgesamt elf Titel (plus einem hidden Track) auf dem Album ist zumindest ein eindeutiger Beweis für eine innovative Interpretation dieser Musik mit "elektronischen Vorzeichen". Kruder und Dorfmeister wären stolz auf ihn - wahscheinlich sind sie das eh, denn Ersterer war maßgeblich an der Produkion des Albums beteiligt. Man hört's!

Florian Breithaupt

Mehr Infos unter:

www.g-stone.com
www.grooveattack.com

 

 

 
Wie gefällt Euch dieser Beitrag? Sagt uns Eure Meinung im Forum !!!
 


© SpiriTV e.V. 2001. Impressum
SpiriTV e.V. ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Seiten.
Hinweise zum RealPlayer