| Terrorgruppe in XXXXL- Eine Überdosis Aggropop | |||
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von Jens Kaulen
Die Terrorgruppe, die in wechselnder Besetzung seit 1994 besteht und sich seitdem langsam aber stetig eine Fangemeinschaft in ganz Punk-Deutschland erarbeitet hat, weiß auf der vorliegenden Scheibe "Nonstop Aggropop II" nicht ganz, in welche Richtung sie sich entwickeln möchte. Große Teile bleiben im adoleszenten, verklärten, sinnfreien Saufen-Pöbeln-Protestieren-Schema hängen. Einer Textwelt, in der Frauen nur als Objekt der Begierde vorkommen und Bier möglichst von jedem Badezimmerhahn gezapft werden sollte. Gerade das Booklet, das eine Persiflage auf den Heimatroman vom Kioskstand sein möchte und eine ganze Geschichte rund um die vier Berliner spinnt, illustriert die dringlichsten Probleme der Band: mit Halbwahrheiten und prahlerischen Anekdoten garniert, "berichtet" ein Reporter von seinen wilden Tourerlebnissen mit den vier Hedonisten. Was Trash sein soll, hat ein Ghostwriter zu einem selbstverliebten und konfusen Werk verarbeitet, welches dieses Prädikat zu keinem Zeitpunkt verdient. So viele Wiederholungen. So unzusammenhängend. Gratuliert werden darf jedem Fan, der bis zum Ende durchgehalten hat. Und dann noch den Inhalt adäquat wiedergeben kann. Die Punkformation Terrorgruppe kann aber auch anders. Der Musikstil der Gruppe ist nämlich durchaus nicht nur von Banalitäten durchzogen - manche Stücke wie "Der Plattenboss" oder "Das Politiker-Lied" weben sogar schon ein wenig untypische Musikstile wie Gospel in den Punksound. Aber mal im Ernst: Wer erwartet schon Abwechslungsreichtum von einer Punkformation, wenn diese nicht gerade "Die Ärzte" heißt? Eben. Aber das ist eigentlich auch nichts Überraschendes. Textlich variieren sie nur selten von den schon angesprochenen Themen - und das auch nicht immer treffsicher - ihre Kritik an der Gesellschaft kann somit getrost zur gehobenen Nebensächlichkeit erhoben werden. Ihren vollen unverblümten Charme versprühen die Jungs sowieso wohl erst, wenn sie live auf der Bühne zum Coitus auffordern. Trotz alledem ist die Platte kein Reinfall - wer einfachen, klaren Punkrock mit derbem Humor erwartet, wird nicht enttäuscht. Der Terrorgruppen-Fan wird sogar sehr verzückt sein über soviel geballte Musik, denn es tummeln sich ganze 26 Songs auf der Audio-CD. Also genau das richtige Geschenk für die jung gebliebene Aggro-Omi. Infolink: www.terrorgruppe.com Aktualisierung vom 25.01.05: Wie die Redaktion erfahren hat, ist das Album "Aggro-Pop II" der Terrorgruppe aufgrund eines Rechtstreites mit dem Bastei Lübbe-Verlag (bezüglich des Designs des Booklets) mittlerweile aus dem Verkauf gezogen worden.
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