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Musikkritik: Victor Davies - Remixes |
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Selten bringen Remix-Alben Neues. Bewährte, allseits beliebte Songs werden bis zur brutalen Unkenntlichkeit mit überflüssigen neuen Tonspuren aufgepeppt, Hooklines dazukonstruiert, Samples in freier Willkür angehängt oder ganze Beatarrangements demonstrativ auf den Kopf gestellt. Gerade so als hätte der eigentliche Künstler jeden Geschmack verloren oder selbigen nie besessen. Nur in seltenen Fällen stellen Remixe eine hörenswerte Alternative dar. So im Falle des grandiosen Jazzanova Albums oder des G-Stone Coups "The K&D Session". Wozu also das? Wer Victor Davies und seine Musik kennt, weiß wie schön es ist sich mit ihr völlig zu entspannen. Seine samtweiche Stimme bohrt sich geschmeidiger ins Ohr als ein Wattestäbchen - und das will was heißen. Jetzt bringt er Seifenblasen, die er sonst musikalisch in die Luft pustet zum Platzen. Eigentlich ist es nicht er selber, sondern vielmehr Produzenten und DJs, die sich um ihn versammelt und jeweils ihren persönlichen Beitrag geleistet haben, um die Musik für Clubs und Discos salonfähig zu machen. Aus "Spirit" haben London Electricity eine jazzig angehauchte Offbeatnummer gezimmert. Nahtlos knüpft der Main Mix von Masters at Work "Sound of the Samba" an das Vorstück an. Nach knappen 2 Minuten halten MAW auch das, was der Titel verspricht: schwungvoll und mit dem nötigen rhythmischen Elan liefern sie ihre Interpretation vom Sambasound. Aus Berlin stammt Remix Nummer 3 "Runaway Train". Wahoo machen den Track zu einer Soulhouse-Nummer. Garantiert Dancefloor-tauglich. Eine ganz andere Version desselben Tracks kommt von Nu Spirit Helsinki. Deeper als deep und later als late präsentiert sich der Track in vornehmer Zurückhaltung. Vielleicht hat es damit zu tun, dass im hohen Norden (in Finnland) die Tage kürzer und die Nächte länger sind. Minimalistisch und reduziert tröpfelt der Beat vor sich hin. Nächtliches Ausschweifen ist erlaubt. Bugz in the Attic haben schon bei "4 Heros Hold it Down" Hand angelegt, was unschwer zu hören ist. So finden sich doch eine ähnliche Klangkulisse auch in diesem Track wieder. "Sound of Samba" die zweite. Einzige wieder erkennbares Leitmotiv sind Stimme und Text von Victor Davies. Eine harmonische Verschmelzung von Soul und Samba, haben "Da Lata" hinbekommen. Die Vielfalt der Remixe der von Davies bevorzugten Stilrichtungen Latin, Jazz, Folk und Soul reicht von Tribalhouse, Downbeat über Hip Hop bis zu geschmeidigen Vocalhouse-Nummern. Jeder Track besitzt den ganzen Charme seines jeweiligen Produzenten. So dient die Platte natürlich einerseits, um die Ausflüge in nächtliche Partydomizile zu verlängern und noch mehr Körperflüssigkeiten auszuschwitzen und andererseits, um einmal eine Übersicht über eine scheinbar sehr aktive Remixer- und Produzenten-Szene zu bekommen. V.A. - Victor Davies - Remixes (JCR - Jazzanova Compost Records) (VÖ 21.10.2002)Weitere Infos findet Ihr unter:
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