| Die Nacht der Kölner Museen |
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| von Dimitri Soibel
Als die Nacht über Köln hereinbricht, ist es wieder mal so weit. Tausende von Nachtschwärmern, Kunstliebhabern unterschiedlicher Alterskategorien bewaffnet mit den Tourenplänen, warm gekleidet für das nächtliche Abenteuer, machen sich auf den Weg, um an der vierten Langen Nacht der Kölner Museen teilzunehmen. Auch ich bin diesmal dabei, um die Schätze der Stadt Köln zu bewundern. Bevor es richtig los geht, muss ich mir erst überlegen, was ich mir von dem Gebotenen überhaupt anschauen will. Zur Auswahl stehen ja schließlich über 40 Museen, in denen die Ausstellungen nicht unterschiedlicher sein könnten. Die Kunst der Könige im Wallraf-Richartz-Museum werden genau wie die Aschenbecher von Robbie Williams in der Sammlung Eins Live zur Schau gestellt. Man kann die Kunst bewundern, oder sich einfach über den ausgestellten Kitsch amüsieren. Ich entscheide mich für den Besuch der Museen, in denen ich noch nicht war. Also geht es erst mal los zum Inhoff-Stollwerck-Museum besser bekannt als ,Schokoladenmuseum', wie es die meisten nennen. Schon von weitem sieht man die Massen der Menschen, die zum Eingang strömen. Die meisten von ihnen sind in meinem Alter, einige haben Bierflaschen in der Hand. Die Atmosphäre ist also locker und ich komme mir vor wie auf dem Weg zu einer Disco. Im Museum, wen wundert es, dreht sich alles um die Schokolade, ihre Geschichte und all das Schöne, was man aus ihr anfertigen kann. Am Fenster des Museums kann man außerdem das Feuerwerk der Kirmes auf der anderen Rheinseite beobachten. Kaum bin ich mit dem Besuch des Museums fertig, werde ich vom lautstarken Geräusch der Trommeln in das Foyer des Museums gelockt. Die aus dem Kakaoanbaugebiet stammende afrikanische Gruppe Mama Afrika, die mit farbenprächtigen Kostümen gekleidet ist, begeistert hier das Publikum mit den lautstarken Rhythmen aus ihrer Heimat. Und sie haben Erfolg, denn die Trommeln und der exotische Gesang lassen Keinen kalt. Die Hüften bewegen sich bei dieser Musik fast automatisch.
Mit der guten Laune und reichlichem Schokoladengenuss geht es für mich weiter zum Olympia-Museum, wo man die vor kurzem zu sich genommenen Kalorien wieder abbauen kann. Hier bekommt man Einblick in die Geschichte des Sports von seinen Anfängen im antiken Griechenland bis zur heutigen Zeit. Im Foyer spielt hier auch die Musik und die Schlange zum Essen ist hier größer als das Interesse an den Exponaten. Es gibt Pommes, Bockwust und natürlich Bier. Vom olympischen Geiste beflügelt, denn dabei sein ist alles, bewege ich mich zu der Haltestelle vom Shuttle Bus, der mich zu meinem nächsten Ziel bringt, dem Wallraf-Richartz-Museum. Verstärkt durch den Joghurt, der am Eingang verteilt wird, begebe ich mich zu der Ausstellung " Kunst der Könige - Malerei in Dresden im 18.Jahrhundert ". Für all diejenigen, die geschichtsinteressiert sind, bietet sich hier eine grandiose Sammlung an Bildern von den Schönen und Reichen der vergangenen Zeit. Ich habe Glück und erwische eine Führung durch die Ausstellung und kriege den Einblick in die europäische Malerei dieser Epoche.
Als ob es noch nicht genug wäre wird die Romantik des Abends durch das Schauspiel am Himmel unterstrichen. Wie von den Veranstaltern bestellt tritt der Mond in den Kernschatten der Erde. Es gibt eine Mondfinsternis. Eine bessere Nacht als diese konnte man sich für die lange Nacht der Museen wohl kaum aussuchen. Für den Besuch der Kölner Seilbahn ist es jetzt schon zu spät, und auf weitere Museen habe ich jetzt keine Lust mehr, denn das, was ich bis jetzt gesehen habe, reicht mir vollkommen aus. Man soll ja schließlich dann aufhören wenn es am schönsten ist. Für mich, so wie für die meisten Besucher, war das ein unvergessliches Erlebnis, eine Mischung aus Bildern und eine riesige Party begleitet von dem außergewöhnlichen Naturereignis. Dadurch ist es den Veranstaltern gelungen sehr viele junge Menschen zu dem Besuch der Museen zu bewegen, dabei sind die meisten von ihnen, wie ich auch, keine typischen Museumsgänger. Die Lange Nacht der offenen Museen ist nun endgültig zur festen Größe in Kulturprogramm des Jahres geworden. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich die lange Nacht der Museen besucht habe.
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