| Russendisko |
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von Dimitri Soibel
Neben dem Auto vor uns stehen ein paar Jungs und Mädels und "wärmen"
sich mit einer Flasche Wodka auf bevor sie in die Disko reingehen. Drinnen
- heißt es - ist es zu teuer, richtig zu saufen. Die Gruppe von
Türstehern, schaut uns misstrauisch an. Einer von ihnen durchsucht
mich nach Waffen. Anscheinend ist diese Maßnahme nicht unberechtigt.
Mit diesen Jungs sollte man am besten keinen Ärger haben. Einige
von ihnen haben Handschuhe mit Polsterung an. Man kann nur erraten wofür
sie da sind.
Endlich geschafft: Wir haben diese Hürde gemeistert. Wir zahlen
den Eintritt von 5 Euro. Für Frauen ist es heute, wie fast immer,
umsonst. Den schmalen Gang entlang begeben wir uns in das Innere der Disko.
Dort gibt es zwei Hallen: In der größeren wird ausschließlich
"Black Musik" gespielt. Hier tummelt sich schon eine Menge an
Leuten. Die meisten sind Alteingesessene, die schon seit mehreren Jahren
in Deutschland leben und rein äußerlich fast gar nicht mehr
wie Osteuropäer aussehen. Gut gestylt, mit Markenkleidern, sind sie
in Deutschland aufgewachsen und viele von ihnen haben schon Probleme fließend
russisch zu sprechen. Die Zeiten sind vorbei, wo man in der russischen
Disko Leute mit Jogginganzügen treffen konnte, zumindest hier in
dieser Disko. In der größeren Hallen angekommen setzen wir uns an die Theke und bestellen uns ein Bier. Es wird langsam voll. Die meisten Leute kommen ab halb zwölf. Es werden alle Hip- Hop Klassiker von A bis Z gespielt. Mehrmals legt der DJ das neue Lied von "Usher" auf. Die Stimmung ist gelöst. Einige der Mädels sind in die Käfige auf der Bühne hineingeklettert und lassen ihren Gefühlen freien lauf. Die Menschen drängeln sich auf der Tanzfläche.
Plötzlich entsteht im Gang eine Hektik. Dort haben sich anscheinend zwei Jungs nicht vertragen. Die Freundin des einen versucht ihren Freund zu beruhigen. Dieser will sich aber nicht beruhigen lassen und versucht näher an den Kontrahenten heranzukommen um ihn mit der Faust zu erwischen. Sein "leicht" alkoholisierter Zustand ist nicht zu übersehen. Durch die Menge der Schaulustigen drängeln sich die Türsteher, packen die Beteiligten an den Kragen und zerren sie aus der Disko heraus. Der junge Mann von vorhin schafft es noch mehrmals hintereinander herauszuschreien, dass er seinen Beleidiger umbringen wird. Als er sich noch versucht, sich gegenüber die Türstehern zu wehren, zögern diese nicht lange und zertrümmern ihm die Nase. Damit ist die erste Schlägerei des Abends vorbei. Hoffentlich ist es die letzte. Die Kellnerin Natasch ist heute gut gelaunt und tanzt an der Theke. Auf meine Frage hin, ob es ihr hier gefällt zu arbeiten sagt sie : "ja klar" und fügt hinzu, dass ihr die Musik hier gefällt und sie als Studentin hier eine Möglichkeit hat, etwas Geld dazu zu verdienen. Die Party geht weiter. Auf der Tanzfläche wird heftig geflirtet. Einige der Jungs versuchen eine Gruppe von Mädchen mit extrem kurzen Röcken anzutanzen. Diese aber finden die Anmache zu plump und entfernen sich zu einer anderen Stelle auf der Tanzfläche. Gegen 4 Uhr werde ich langsam müde. Es ist Zeit zu gehen. Die Disko ist noch voll. Sie bleibt bis 5 Uhr geöffnet. Der Türsteher sagt freundlich "Tschüss" zu mir. Für ihn ist der Abend - auch ohne größere Exzesse - fast überstanden.
Infos: Dock8: Köln(Deutz) Auenweg 173. Jeden Freitag findet dort von 22 bis 5 Uhr
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