Stolpersteine

 

von Boris Badurina

In Köln verlegt der Künstler Gunter Demnig seit dem Jahr 2000 die sogenannten "Stolpersteine". Auf den 10 mal 10 cm großen Messingplatten stehen die Namen der Kölner, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Ghettos, Konzentrationslager und schließlich in Vernichtungslager verschleppt wurden und dort ermordet worden sind. Unter den Opfern waren 11.000 Kölner Bürger jüdischen Glaubens, aber auch politisch Verfolgte, Sinti und Roma, Homosexuelle, engagierte Christen und Zeugen Jehovas. Insgesamt 15.000 Kölner fielen dem Terror der Nationalsozialisten und deren Helfershelfer zum Opfer. An einige dieser Schicksale sollen die über 1200 "Stolpersteine" in Köln erinnern.

Bereits zu Beginn der 90er Jahre machte Gunther Demnig mit einer Farbspur auf das Schicksal von 1000 Roma und Sinti aufmerksam, die im Mai 1940 quer durch Köln marschierten, um durch die Reichsbahn in Ghettos und Vernichtungslager transportiert zu werden.

Bevor die Stolpersteine offiziell verlegt werden konnten, musste Gunter Demnig in Köln viele bürokratische Hürden überbrücken. Mittlerweile wird das "Stolperstein - Projekt" auch in Bonn, Hamburg, Berlin, Freiburg und anderen Städten fortgeführt. Interessenten können bei Gunter Demnig einen "Stolperstein" für 75 Euro erwerben.

 

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Kontakt:
Gunter Demnig
Tel. + Fax: 0221/251489
E-mail: gunter.demnig@stolpersteine.com

Zum gleichen Thema gibt es ein Buch von der Autorin Kirsten Serup-Bilfeldt, die in ihrer Veröffentlichung dem Schicksal von 11 deportierten Menschen in Köln nachgegangen ist. Hinter den knappen Inschriften der "Stolpersteine" werden plötzlich Menschen und deren Biographien lebendig, deren geregeltes Leben durch den Nazi-Terror ein jähes Ende fand. Das Buch ist für 8,90 Euro im Verlag Kiepenheuer und Witsch erhältlich.

Stolpersteine. von Kirsten Serup-Bilfeldt,
Vergessene Namen, verwehte Spuren
Wegweiser zu Kölner Schicksalen in der NS-Zeit.
Kiepenheuer & Witsch, 2003
Broschiert, 8,90 Euro

Redaktion: Boris Badurina
Kamera: Rik Schauenberg
Schnitt: Rik Schauenberg

 


 

 

 
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