| Rocken bis die Erde bebt – Terremoto 2003 |
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von Markus Klausen
Noch am Freitag sah wenig danach aus, dass das Terremoto (spanischfür Erdbeben) Festival, das als legitimer Nachfolger des Bizarre Festivals in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand, ein voller Erfolg werden würde. Es goss sintflutartig, so dass sich viele Besucher genötigt sahen, bereits am ersten Tag ihre Zelte wieder abzubrechen. Diese schwammen nämlich im bis zu teilweise zehn Zentimeter tiefen Wasser einfach davon. Wer sich jedoch nicht davon abschrecken ließ oder aufgrund des dichten Verkehrs einfach erst später ankam, der sollte belohnt werden. Pünktlich zu den Auftritten der ersten Bands (unter anderem In Me, Slovo oder Paradise Lost) verzog sich der Regen, und die Sonne kam hervor. Und die sollte sich auch für den Rest des dreitägigen Spektakels nicht mehr verziehen. Headliner am Freitag waren Placebo, die dem Publikum mit ihren Hits Special K, Black-Eyed oder ihrer aktuellen Single The Bitter End einheizten.
Insgesamt gab es bei Terremoto drei Bühnen. Zwei sogenannte Main Stages, die abwechselnd bespielt wurden, so dass man keinen der Headliner verpassen konnte, und eine dritte etwas kleinere Bühne, auf der zwar nicht die ganz großen Namen auftraten, aber auf der man den einen oder anderen Geheimtipp entdecken könnte. So konnte man dort am Samstag unter anderem die Eels, Slut oder Heather Nova genießen. Den Abschluß bildete die deutsche Band Blumfeld, die gerade mit „Wir sind frei“ auf den verschiedenen Musiksendern rauf und runter gespielt werden. Die Band um Sänger Jochen Distelmeyer hatte es jedoch vergleichsweise schwer, da zur gleichen Zeit auf der Main Stage I die beste Band der Welt auftrat – Die Ärzte aus Berlin. Man kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass es hierhin die meisten Festivalbesucher verschlagen hatte. Und die sollten es nicht bereuen. Schon früh machte Sänger Farin Urlaub klar, dass es wohl nicht bei den vom Veranstalter vorgegebenen neunzig Minuten für das Konzert bleiben sollte. So spielten sie in circa zwei Stunden alte und neue Hits wie zum Beispiel Die Fette Elke, Westerland oder Schrei nach Liebe. Das Publikum sang jeden Song begeistert mit und zog nach der Show (nachts um halb zwei) bestens gelaunt zum Zeltplatz zurück, wo noch bis zum nächsten Morgen weitergefeiert wurde.
Viel Zeit zum Schlafen blieb aber nicht, da es am Sonntag bereits um elf Uhr vormittags weitergehen sollte. Zu dieser frühen Stunde standen schon die Bands Raveonettes, I’m A Robot oder die Caesars auf den Bühnen. Allerdings nutzten viele Festivalbesucher den Vormittag, um ihre Zelte abzubauen und um ihr Gepäck in den Autos zu verstauen, so dass sie abends nach der letzten Show schnell abfahren konnten. Doch gerade das Programm am Abend des letzten Festivaltages sollte es noch einmal in sich haben. Auf den beiden Main Stages traten nacheinander Limp Bizkit, Beck, Linkin Park und die Fantastischen Vier mit ihrem Unplugged Programm auf. Am meisten von diesen Vieren ließen es Limp Bizkit krachen. Die Band gab zwar nur einen kurzen Auftritt von 45 Minuten, aber die hatten es in sich. Neben den bekannten Songs wie Take A Look Around (aus dem Soundtrack zu Mission Impossible II), My Generation oder My Way und einer gelungenen Pyro-Show gab es auch schon einen Ausblick auf das noch in diesem Monat erscheinende Album „Results may vary“. Highlight des Konzerts war jedoch der Ausflug von Sänger Fred Durst ins Publikum, den er sichtlich genoss und von wo aus er einen kompletten Song sang.
Alles in allem lässt sich festhalten, dass es sich bei Terremoto 2003 um ein rundum gelungenes Festival handelt. Einziger Wermutstropfen, der jedoch nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, war der schlechte Zugang vom Parkplatz Zwei zum Festivalgelände. Wer das Pech hatte dort zu parken, musste erst ums ganze Gelände herum laufen, und das konnte mitunter schon eine knappe Stunde dauern. Ansonsten freuen wir uns jedoch alle auf eine Wiederholung im nächsten Jahr. Rock On!
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