| Landschaftskunst: Ein Weiden-Tipi für Köln |
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| von Vera Fichtner
Die Weidenarena hat ihr erstes Lebensjahr überstanden. Wechselvoll begleitet von Bewunderung, Zerstörung, Schutzzäunen und Hochwassern konnten sich die ersten grünen Triebe und Zweige entwickeln. Die mächtigen Bögen aus Weidenzweigen stecken wie selbstverständlich im staubigen Erdboden. Doch Wanderer, Radfahrer, Inlineskater und Kinderwagenschieber rätseln weiterhin gemeinsam, wieso „diese Bäume so zusammengebunden“ sind. Die Weidenarena fügt sich in eine lebendige Parklandschaft. Am Deutzer Rheinufer finden Familien mit Kindern, Fußballfreunde und Sonnenanbeter ihre Oase. Von März bis Oktober wird hier öffentlich gegrillt und gefeiert. Für das Weidenarena-Netzwerk war dieser Standort von Beginn an ein Glücksfall. SpiriTV hat 2002 den Bau der Weidenarena begleitet und sprach mit dem Architekten Marcel Kalberer und mit Schülern und Lehrern. Nicht nur das fertige lebende Bauwerk ist vorbildlich, sondern auch die lebendige Baustelle, die im Februar 2002 bewirtschaftet wurde, war bemerkenswert. Schüler aus fünf Kölner Schulen, Jugendgruppen des Kolping-Bildungswerkes und vom Jugendamt vermittelte Austauschschüler aus Liverpool und Studenten aus Uganda arbeiteten bei Sturm, Regen und Kälte an der Fertigstellung der „kleinen Arena“. Unterstützt wurden die Jugendlichen von ihren engagierten Lehrern, von Ford-Mitarbeitern und von dem Architekten selbst.
Kein Kindergarten-Außengelände kommt heute noch ohne Weidentipi aus. Die Künstler- und Architektengruppe „sanfte strukturen“ hat das Prinzip, einzelne Weidenzweige in die Erde zu stecken und neu anwachsen zu lassen, um eine neue Dimension erweitert: Mitzusammengebundenen Weidenstöcken lassen sich große lebendige Bauwerke errichten.
Mit Schildern werden die Kölner Ausflügler über dieses
hölzerne Bauwerk informiert und um Vorsicht gebeten: „Nicht
klettern!“. Etwas Schonung ist wichtig, doch in Zukunft soll die
Weidenarena auch Veranstaltungsort und Treffpunkt für Jugendbegegnungen
sein. Wenn alles gut geht, haben noch in hundert Jahren auch die vorbeiziehenden
Neugierigen ihre Freude an der Weidenarena.
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