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Zen-Buddhismus in Europa |
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Heute, in einer Zeit, wo Demokratie, Aufklärung und Langeweile vorherrschen, hat man da schon eher die Möglichkeit aus einem bunten Sortiment von religiösen An-sichten auszuwählen. Man nehme einfach jene, die am Besten zu seinem Typ passt. Für die ewigen Müßiggänger unter der Bevölkerung empfiehlt sich aber immer noch am Besten der versteckte (maskierte) Atheismus, bei dem man sich in aller Ruhe sein ganz eigenes Weltbild erschaffen kann. Immer mehr in Mode gerät aber auch das Christentum aus Fernost, der Buddhismus. Dass man so eine Weltreligion nicht in zwei Sätzen abhandeln kann, ist selbstverständlich. Man kann sich aber durchaus an Hand einer Begegnung mit einem großen Vertreter dieser Religion, einen gewissen Überblick über den sogenannten "vollkommenen Zustand" machen. Im August 2001 schickte sich Dae Haeng, das Oberhaupt des koreanischen Zen-Buddhismus, an, Deutschland zum zweiten Mal für ein großes Dharma-Teaching zu besuchen. Ort dieser Veranstaltung war die, extra für diesen Zweck zu einem buddhistischen Tempel umfunktionierte, Grugahalle in Essen. Organisiert wurde das Gan-ze von der einzigen europäischen Außenstelle des Zen-Buddhismus, dem Han-Maum-Zentrum in Kaarst. Dieses entstand vor ca. 5 Jahren aus einem einfachen Ferienbungalow mitten in einem Plattenbautenviertel und dient nun als idyllische Anlaufstelle für Vertreter des fernöstlichen Glaubens. Aber keine Angst, hier wird nicht missioniert. Das Zentrum dient vorrangig als Zufluchtspunkt immigrierter Koreaner, damit sie hier, unter Gleichen ihren Glaubenstätigkeiten nachgehen können. Zurück zur besagten Zen-Meisterin. Was ist nun das Faszinierende an dieser eigentlich unscheinbaren Persönlichkeit? Die Gründe lassen sich wohl zu einem großen Teil in ihrer Vergangenheit finden, denn sie lief schon mit 10 Jahren von zu Hause weg und verbrachte 10 Jahre ihres Lebens allein in der Wildnis Koreas. Als sie dann in die Zivilisation zurückkehrte, begann sie sogleich, den Menschen ihre erfahrene Lehre mitzuteilen. Der aktuelle Versuch, Menschen für ihren Glauben zu begeistern, stieß auf einige Kritik seitens der Besucher. Das Highlight der kurzfristigen Veranstaltung war einstimmig der koreanische Chor, welcher in abwechslungsreicher und mitreißender Weise Gebete und Gedichte der Meisterin, in wohlklingende Melodien gehüllt, vor-trug. Als dann das eigentliche Teaching begann, ging alles sehr schnell. Nach einer auf wenige Sätze reduzierten Einführungsrede bat Dae Haeng Keun Sunim direkt um Fragen. Und als dann ein Dialog, basierend auf einigen wirklich vielversprechenden Fragen, in Fahrt zu kommen schien, entschuldigte sie sich und verließ die Grugahalle. Der Grund für diesen kurzen Auftritt waren wohl, wie man später erfuhr, eine an ihren Kräften zehrende Krankheit, die sich erst ein paar Tage zuvor eingestellt hatte. Dennoch waren viele Besucher darüber ein wenig enttäuscht gewesen, hatten sie doch einen guten Batzen Geld für den (gescheiterten) Weg zum Einklang mit sich selbst bezahlen müssen. Wie aber nun genau die Kritik bzw. das Lob ihrer Rede und der gesamten Veranstaltung gegenüber ausfiel, davon müsst ihr euch schon selber überzeugen.
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