"So ist der Fußball" - Ein Kommentar zum Bundesliga-Finale

 

ein Kommentar von Daniel Dündar

"Das Spiel hat neunzig Minuten."

... manchmal aber auch mehr, denn "Schluss is, wenn der Schiri abpfeifen tut!"

Innerhalb nur einer Woche wurde mir klar, dass wir irrtümlicherweise seit Jahren denken, wir leben in einer Demokratie: Falsch gedacht, hier herrscht immer noch die Monarchie und regieren "tut" hier nur einer: "König Fußball"!

Manche meinen sogar, dass alles sogar noch eine Etage höher geleitet wird, nämlich vom Fußball-Gott! Aber dieser wohnt, dass wissen jetzt ja alle, nicht irgendwo da oben, sondern heißt Kahn und hat sicher ein schönes Häuschen in einem Münchner Nobelvorort!

 
Schalke-Fans VOR dem großen Finale ...
Die Fußball-Woche 2001 begann am 19.05.2001 und endete eine Woche später am darauffolgenden Samstag. Dazwischen waren nicht nur die Gazetten und Fernsehschirme prall gefüllt mit dem runden Leder und wenn dieses mal nicht rollte, waren mindestens einige Kommentare der Spieler, Trainer, Funktionäre oder sonst irgendwelcher "Experten" zu hören, selbst wenn diese mit Fußball eigentlich gar nichts zu tun hatten. Egal! Und wenn selbst das nichts mehr half, konnte man sich den Einzug der Gladiatoren in Ihre Heimatstädte anschauen, heißen diese nun München oder Gelsenkirchen! "Meister der Herzen" wurden die Schalker Knappen genannt und wenn der Titel "Vize-Meister" der "Königsblauen" auch nur ein gutes hatte, dann das, dass all den Menschen, die Samstag für Samstag kopfschüttelnd die Begeisterung für dieses Spiel nie nachvollziehen konnten, gezeigt wurde, dass es um mehr geht, als das Runde in das Eckige zu bugsieren.

... und DANACH.
Wenn man einmal gesehen oder gar erlebt hat, wie sich gestandene Ruhrpott-Mannsbilder weinend wie Kinder in den Armen liegen, bekommt der Begriff "Verlust" der Meisterschaft eine ganz eigene Bedeutung. Fußball ist Sozialisation und Identifikation! Natürlich ist der Fan an sich nicht immer der fairste, so haben bei Siegen bekanntermaßen "WIR" gewonnen, sowie bei Niederlagen es "DIE" vergeigt haben.

Man kann leider nur erahnen, mit welch stolz geschwellter Brust viele Leute in Gelsenkirchen in den nächsten Wochen und Monaten zur Schau getragen hätten, dass IHR FC Schalke die Bayern in die Schranken gewiesen hat, es hat nicht sollen sein.

Aber zeugt nicht auch die Begeisterung von München, es waren bei Ankunft der Münchner Spieler ca. 1 Million Menschen auf den Strassen der bayrischen Metropole, vom Stellenwert eines solchen Ereignisses.

Mehr als 16 Million Menschen im Schnitt (in Höchstzeiten fast 20!! Million) haben am vergangenen Mittwoch das Finale der "Bayern" gegen Valencia gesehen, eine Quote von der selbst Günther Jauch nur träumen kann, obwohl dieser wie bei ca. 80 % der Sendungen von RTL natürlich auch mit von der Partie war. Das gab es wohl seit der Schwarzwaldklinik nicht mehr, und alles nur weil 22 Leute versuchen (s.o.!) das runde ins Eckige "zu machen"!

KING KAHN !!!
Fußballer sind Helden, Vorbilder, nicht zuletzt wegen ihres Verdienstes! Der Grat ist zwar ein schmaler (siehe Bundesligafinale 2001!!!), aber das Beispiel "KING KAHN" zeigt, dass man allein mit dem Fangen von Bällen zu einer nationalen Ikone werden kann.

Schalke und Bayern sei Dank, dass die Rechtfertigungen für das all-Samstagliche Fernsehstündchen in der nächsten Saison (und die kommt!!!!!) nicht mehr ganz so verständnislos hingenommen werden!

Es besteht angesichts der Ereignisse berechtigte Hoffnung, dass es in nächster Zeit noch mehr Menschen geben wird, die mit dem FC zittern, dem HSV schreien, dem VFB singen oder schlichtweg pauschal die Bayern hassen werden.

Denn machen wir uns nichts vor, wir wissen doch alle:

"So ist der Fussball!"


 
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