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Singleleben in Köln I - Lust oder Frust? |
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Single- PartysDas wöchentliche Nachtprogramm in Köln ist unerschöpflich. Besonders für Singles bieten verschiedene Discos und Bars Partys an, die jeden Tag für ein volles Programm garantieren. Früher oder später führt es fast jeden frustrierten Solisten zu solchen Events. Gründe dafür gibt es reichlich: die Annonce in der Zeitung, mit der man den Mann/die Frau fürs Leben suchte, hatte als Ergebnis die wohl grauenhaftesten Geschöpfe, die man sich nur vorstellen kann. Die Verkuppelungsversuche der besten Freundin sind fehlgeschlagen, da sie angeblich doch nicht den Geschmack des anderen kennt. Mutters Kaffeeverabredungen mit "dem/der Richtigen" hatten nicht die erwünschte Folge, da Mutter irgendwie selbst auf die Männer steht, oder sie zumindest in deren Alter ist. Also bleibt einem nichts anderes übrig als es wieder einmal auf eigene Faust zu versuchen. Natürlich mit der einen Hilfestellung, dass sich auf der ausgewählten Party garantiert nur Menschen befinden, die noch zu haben sind. Nach der ersten Woche mit einem vollen Programm kommt dann jedoch die große Ernüchterung: Montag:Die Party in einer kleinen schnuckeligen Kneipe fängt vielversprechend an. Viele Menschen, die sich auf engem Platz aneinander reiben. Das erste Bier auf dem T-Shirt kann man ja noch mit einem Lächeln hinnehmen. Immerhin kommt man so schneller ins Gespräch. Als jedoch die nächsten Getränke auf der Kleidung landen und das neue Outfit mit Brandflecken übersäht ist, hat man dann doch genug. Dienstag:Eine kleine Disco verspricht mit Schlagermusik und billigen Getränken eine ausgelassene Single-Party. Nachdem man schon ein wenig angetrunken ist, kommt man auch schnell mit dem anderen Geschlecht ins Gespräch. Als dann jedoch die Kassenschlager gespielt werden, rotten sich die männlichen Beteiligten zu Rudeln zusammen und tanzen in alter kreisrunder Männermanier stundenlang zusammen. Den Frauen bleibt nichts anderes übrig, als im Damendoppelpack den längst in Vergessenheit geratenen Disco-Fox zu tanzen. Zeit zu gehen. Mittwoch:Zur Erholung versucht man dann in der Mitte der Woche von zu Hause aus das Singleangebot unter die Lupe zu nehmen. Mehrere Chatrooms bieten eine große Auswahl an Singles, mit denen man so richtig lange Gespräche führen kann, ohne von Anwesenden gestört zu werden. Stundenlang quatscht man mit der/dem Auserwählten über Gott und die Welt, bis dann plötzlich das Thema eine unangenehme, sexuell intime Wendung nimmt. Wenn man nicht gleich den Chatroom verlässt, versucht man sich durch Ausflüchte aus der Affäre zu ziehen. Mit der ernüchternden Erkenntnis, dass dieser Weg auch nicht der richtige zu sein scheint, macht man dann den Computer wieder aus. Donnerstag:Eine angesagte Szenedisco lädt ein zum ultimativen Singleabend. Schon am Eingang lauert die erste lächerliche Nuance: kleine leuchtende Herzchen, die man sich an die Kleidung stecken soll, unterstreichen die Zugehörigkeit zu den anderen Singles. Bei der herrschenden Stimmung ist man permanent damit beschäftigt sich so cool wie möglich zu geben. Da dies viel Aufwand erfordert, kommt es selbst nach Stunden des Herumstehens nicht zu zwischengeschlechtlichen Gesprächen. Also macht man sein blinkendes Herzchen wieder aus und holt sich auf dem Weg nach Hause noch ¢ne Pommes Spezial. Freitag:So langsam nimmt die Frustration über die vergangenen Abende zu. Doch eine letzte Chance tut sich auf am Solohimmel: die besten Freunde haben ein spannendes Blinddate arrangiert. Mit Herzklopfen bereitet man sich auf den Abend vor. Die rote Rose als Erkennungszeichen tauscht man kurz vorher prophylaktisch gegen eine weiße Narzisse. Man hat ja aus den letzten Abenden einiges gelernt. Als man sich dann dem Restaurant nähert und durch das Fenster den ganz und gar nicht den Erwartungen entsprechenden Menschen entdeckt, kommt man doch ins Grübeln. Da sitzt die Person und weist so ziemlich alle äußeren Merkmale auf, die man eher einem streunenden Hund zuweisen würde. Folglich schenkt man die Blume dem nächstbesten Menschen und macht sich im Regen auf den Nachhauseweg. Samstag:So, auch wenn es Samstagabend ist und alle jungen Menschen auf die Piste gehen, hat man an diesem Abend ganz sicher andere Pläne. Nein, heute lässt man die Möglichkeit außer Acht, dass man seinen Traumgefährten finden könnte. Nein, man bleibt einfach zu Hause. Vielleicht holt man sich ein Video und ein paar Bier. Aber ganz sicher geht man ansonsten heute nicht aus dem Haus. Soll der Rest dieser Welt sich doch vormachen, dass man das Deckelchen zum Töpfchen auf diese erzwungene Weise findet. MAN weiß es ja besser. Singleleben II - "Das Sololeben ist so schwer ..."
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