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"Kölns Sportler des Jahres 2008": And the winners are...

von Lukas Stelmaszyk; Bilder: HEIMSPIELE Sponsoring und Live-Kommunikation GbR

Kanute Max Hoff und Rollstuhlbasketballerin Marina Mohnen haben sich bei der Wahl zu
"Kölns Sportler des Jahres 2008" die Einzeltitel gesichert, die Leichtathletik-Frauen der LG ASV DSHS Köln gewannen den Mannschaftstitel bei der vom StadtSportBund organisierten Internet-Wahl.

An einem Abend voller Überraschungen empfing Moderatorin Ulrike von der Groeben im Tanzbrunnen zahlreiche ungläubige Sieger auf dem Podium. Den Anfang machte Max Hoff, der sich im Kampf um den Titel bei den Sportlern unter anderem gegen Judoka Ole Bischof durchsetzte. Der Kölner Student hatte im Sommer 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedaille gewonnen und war daher als Topfavorit gehandelt worden. "Ich war mir sicher, dass Ole gewinnt", sagte der strahlende Sieger.

Hoff selbst war der Olympiasieg verwehrt geblieben. Sein fünfter Platz im Kajak-Einer über 1.000 Meter ist aber ähnlich hoch einzuschätzen, war der Biologie-Student doch erst ein Jahr zuvor vom nichtolympischen Wildwassersport zum Kanurennsport gewechselt, um in Peking an den Start gehen zu können. "Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute das erkennen und mich wählen", bedankte sich Hoff artig.

Bei den Sportlerinnen stand ebenfalls eine Dame ganz oben, mit der die wenigsten gerechnet hatten: Marina Mohnen. Die 30-Jährige gewann bei den Paralympics Silber mit der deutschen Mannschaft im Rollstuhlbasketball. Auch Mohnens Konkurrenz war hochkarätig besetzt, unter anderem mit Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann und der Kölner Laufsportikone Sabrina Mockenhaupt.

Zur Überraschung vieler Gäste benötigte Mohnen keinen Rollstuhl, um den Preis auf dem Podium entgegenzunehmen. Die Erklärung lieferte sie aber gleich mit. Ein vor acht Jahren erlittener Knieschaden mache es ihr zwar unmöglich, den Basketballsport in der eigentlichen Form auszuüben, aber im Alltag behindere sie ihr Handicap nur marginal. "National darf man sogar ohne Behinderung Rollstuhlbasketball spielen, das wissen aber nur wenige", erklärte die Studentin der Wirtschaftspädagogik dem verblüfften Publikum.

Der Abend der vermeintlichen Außenseiter setzte sich auch bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres fort. Es siegte das Team der LG ASV DSHS Köln, das sich bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Saarbrücken gleich im ersten Jahr nach dem Zusammenschluss der Vereine ASV Köln und LT DSHS Köln den Titel gesichert hatte. Auch hier war die Verblüffung über den Titel groß. Teams wie dem 1. FC Köln und den Hockey-Teams des KHTC Rot-Weiß zeigten die Leichtathetik-Mädels bei der Abstimmung nur die Fersen.

Feierlich wurde es am Ende des Abends bei der Prämierung der "Person des Kölner Sports". Joseph Okito Londji erhielt die Auszeichnung für seine herausragenden Tätigkeiten im sozialen Bereich. Der ehemalige Fußballer des 1. FC Köln und von Bayer 04 Leverkusen lässt sein Wissen unter anderem beim Projekt "RheinFlanke" einfließen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder aus sozialen Brennpunkten von der Straße zu holen und mit Hilfe des Fußballs besser in die Gesellschaft zu integrieren. Den Siegerscheck in Höhe von 1.000 Euro werde er dem Projekt zukommen lassen, so der 28-Jährige, der sich zum Abschluss bei den Menschen bedankte, die ihm all das erst ermöglicht haben: "Mama, Papa, danke für alles." Schönere Schlussworte fand an diesem Abend auch von der Groeben nicht - das war keine Überraschung.