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Pressekonferenz Horst Schlämmer

von Awazeh Khoschnam

Das Berliner Ritz Carlton-Hotel konnte am Dienstag, den 04. August einen prominenten und neu-politischen Gast begrüßen: Horst Schlämmer (die äußerlichen Ähnlichkeiten mit dem bekannten Komiker Hape Kerkeling verwunderten nur zu Beginn). Zusammen mit seinem Wahlkampftrupp um Praktikant Ulle Polle, First Lady Alexandra Kamp und seinem Wirtshauschef Angelo Colagrossi stand der stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tageblatts den neugierigen Fragen der bunt gemischten Presseschar Rede und Antwort. Mit der Ankündigung: „Isch kandidiere“ verunsicherte er die Kanzlerkandidatenkonkurrenz um Merkel und Steinmeier schon im Vorfeld. Nun, nach der Pressekonferenz, ist es augenscheinlich: Die eingespielten Gegner müssen sich warm anziehen, denn Neuling Schlämmer vertritt mit seiner Horst-Schlämmer-Partei (HSP) populäre Ansichten, die die Anhänger aller größeren Parteien zum Wechsel bewegen könnten. Links, konservativ und liberal und am liebsten mit den Grünen in der Koalition, da bleiben wenige Wünsche offen. Mit dem Slogan „Yes weekend“, aus einem akustischen Missverständnis von Obamas „Yes we can“ entstanden, bekennt sich der sympathische Grevenbroicher zu seinem Hörfehler. Überhaupt ist er gesundheitlich schwer angeschlagen: Rücken, Füße, Gedächtnis - es gibt kaum ein Leiden, das ihn nicht getroffen hat. Seine Versprechungen verwundern demnach wenig: Mehr Freizeit, weniger Steuern, Schönheits-OPs auf Kasse und 2500 € Mindestlohn für alle. Sympathisch und bodenständig wirkt er, wenn er bereit ist, für leere Versprechungen die Konsequenzen zu tragen: „Vier Millionen Arbeitsplätze schaff ich nicht. Sollte ich es doch schaffen, dann können Sie mich abwählen“ betont er in Anspielung auf Steinmeiers kürzlich präsentierten Deutschlandplan. Schlämmer bleibt dabei zudem ganz realistisch, hat er sich doch nur 3-4 Monate Zeit gegeben, um seine Rest-Gesundheit für die Bundesbürger zu opfern. Klare Position bezieht er auch beim aktuellen Thema Schweinegrippe: „Ich bin dagegen“. Ein Statement, selten deutlich für einen Politiker. Auch beim Thema Integration behält er diese Linie weiter aufrecht: „Integration ist ein wichtiger Bestandteil der Politik, das sagen sie alle, deswegen sagen wir es auch.“

Neben dem Bundeshasen für den Adler will der „Tiger“ (O-Ton seiner Frau) Ecken und Kanten in die Politik bringen und immer nah am (vor allem weiblichen) Wähler bleiben.
Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage würden 18 % der Wähler die Horst-Schlämmer-Partei wählen. Mission erfüllt.

Für mehr Informationen zum Kandidaten und seiner Partei lohnt sich ein Kinobesuch ab dem 20. August.