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Pandorum

von Dimitrios Papatheodorou

Die Zukunft der Menschheit: Im 22. Jahrhundert ist die Erde derart überbevölkert, dass es keine andere Hoffnung gibt, als einen fernen, erdähnlichen Planeten zu kolonisieren. So wird ein Schläferschiff mit Tausenden von Aussiedlern losgeschickt, gesteuert von einer Rumpfcrew, die sich alle paar Jahre schlafen legen darf, wenn die nächste Schicht aufwacht. Corporal Bower (Ben Foster) und Lieutenant Payton (Dennis Quaid) erwachen denn auch scheinbar planmäßig – wenn auch ohne Erinnerungsvermögen -, zum Dienstantritt, doch sie treffen nicht nur keine Menschenseele an, das Schiff hat auch beinahe keine Energie mehr. So muss sich Bower alleine auf den dunklen Weg zum Maschinenraum machen, um den Reaktor zu reparieren, während Payton ihn per Funk dirigiert. Unterwegs trifft Bower auf merkwürdige Gestalten und gefährliche Aliens.

Zu Beginn schafft diese deutsch-amerikanische Co-Produktion eine spannende bis unheimliche klaustrophobische Stimmung. Dies gelingt dadurch, dass der Zuschauer gleichsam in die Rolle von Bower und Payton schlüpft und mit ihnen gemeinsam das Schiff und die Gesamtsituation erkunden muss. Spärliche Beleuchtung und verstörende Geräusche tragen ihr Übriges dazu bei. Doch spätestens nach einem Drittel des Films muss sich die Story entscheiden, wo es schließlich hingeht, und die Antwort lautet: Sci-Fi-Horror-Action. Halbverwilderte Schiffspassagiere, die scheinbar in rivalisierenden Clans organisiert sind (was hat es damit auf sich?) und Aliens, die man so ähnlich schon in „I am Legend“ gesehen hat (und die dort bereits uninteressant waren) werden in einer zu rasant geschnittenen und zu wenig ausgeleuchteten Kampf- und Metzel-Szene nach der anderen gegeneinander gehetzt und irgendwann ist man der ständigen Schockeffekte müde.

Zwischendurch und vor allem am Ende wird zwar versucht, dem Ganzen einen quasi-philosophischen Anstrich zu geben und allgemeine Menschheitsfragen aufzuwerfen, doch dafür wird insgesamt zu wenig Zeit aufgewendet. Zu hastig, oberflächlich und wenig durchdacht kommt dies daher, als dass der Film insgesamt dadurch aufgewertet werden könnte. Die Story nimmt sich zu wenig Zeit, die potentiell interessanten Konzepte, die in ihrem Verlauf angedeutet wurden, genauer zu betrachten und zu wirklich interessanten Handlungselementen auszubauen. So sind all die guten Drehbuchideen letztlich ein zweischneidiges Schwert: Gerade genug, um den Film vor dem Totalabsturz zu retten, aber auch gerade so wenig, um beim Zuschauer Frustration über vergebene Chancen auszulösen.

Fazit: Einige interessante Schwalben machen noch keinen Sci-Fi-Sommer, vor allem, wenn man sich die meiste Zeit auf simple Schockeffekte und Horror-Elemente verlässt.

Pandorum
USA/BRD 2009
Länge: 108 Minuten
Regie: Christian Alvart
Bild: Verleih

Kinostart: 01.10.2009