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von Lidia Lozanovska
Wie nun Johanna dennoch an die Domschule gelangt, später ins Kloster von Fulda und schließlich auf den päpstlichen Thron, das darf sich der Zuschauer als opulentes quasi-historisches Ereignis auf der Leinwand ansehen. Es erscheint unglaublich: Im dunklen Mittelalter soll eine Frau unerkannt als Mann verkleidet im Kloster gelebt haben? Noch unglaublicher scheinen die Wendungen, Fügungen, die dazu führen, dass Johanna immer auf ihrem Weg bleiben kann. Sogar die Liebe lernt Johanna (letztlich: Johanna Wokalek) kennen, wenn auch auf Umwegen. Das ist der Stoff, aus dem spannende Filme und Romane gemacht werden. Apropos Roman: Wer sich fragt, ob der Weltbestseller „Die Päpstin“ von Donna Woolfolk Cross romangetreu umgesetzt wurde, dem kann ich guten Gewissens sagen: Ja! Wer das Buch verschlungen hat, wird den Film mit Genuss schauen. Immerhin sind es zweieinhalb Stunden, die der Film läuft und keine davon ist zu viel. Einzig die Liebesgeschichte erweckt im Film den Eindruck dramaturgischer Willkür, während sie im Buch langsam über viele Seiten hinweg an großer Bedeutung gewinnt. Fazit: Für Cross’ Fans ein Muss! Für alle anderen: Ein spannendes historisches Drama, eine packende Geschichte, die historisch nicht eindeutig nachweisbar ist. Gibt es nun die Aufzeichnungen über eine Päpstin namens Johanna? Man kann sich vom Film anregen lassen, man kann es aber auch bleiben lassen und sich eine spannende und aufregende Geschichte auf der Leinwand erzählen lassen, während man vom Alltag abschaltet. Und so sollte der Film auch betrachtet werden: Als spannende Popcorn-Unterhaltung und als großes Leinwandkino – denn genau das ist „Die Päpstin“. Die Päpstin BRD, ITA, ESP 2009 Länge: ca. 148 Min. Regie: Sönke Wortmann Bild: Verleih Kinostart: 22. Oktober 2009 | ||
