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von Gorden Dubbels
Teddy
Daniels, der seit Ankunft auf Shutter Island mit seinem Trauma aus dem
zweiten Weltkrieg und dem Tod seiner Frau Dolores ringt, vermutet den
Mörder seiner Frau unter den Patienten der Anstalt. Heimgesucht von
Alpträumen und Halluzinationen, weist ihm seine tote Frau
bruchstückhaft den Weg zu ihrem vermeintlichen Mörder. Aus der Sicht
von Teddie Daniels verdichten sich mit der Zeit außerdem die Hinweise,
dass Shutter Island keine gewöhnliche Strafanstalt für Geisteskranke
ist, sondern vielmehr eine Brutstätte für menschliche Experimente. Die
Vorlage zum Film lieferte der Bestseller-Autor Dennis Lehane mit seinem
gleichnamigen Thriller-Roman „Shutter Island“, die nach „Mystic River“
(Regie: Clint Eastwood) und „Gone baby gone“ (Regie: Ben Affleck)
bereits seine dritte Roman-Adaption für die große Kinoleinwand ist. Auf
den ersten Blick scheint die Story trivial, doch nichts ist so wie es
zunächst den Anschein hat. Die Handlung des wendungsreichen
Psychothrillers bietet mehrere Facetten und greift verschiedene Themen
wie Kriegstraumata, Schuldgefühle und Verschwörungstheorien auf und
verbindet diese oftmals geschickt und raffiniert. Dank der visuellen
starken und „phantastischen“ Bildkomposition von Kameramann Robert
Richardson (Inglourious Basterds), gerät der Zuschauer ebenso wie sein
Hauptdarsteller DiCaprio in den Zog der komplexen Handlung, und mit der
Zeit verschwinden die Grenzen zwischen Realität und Traum.
Nichtsdestotrotz gibt es vereinzelnd Erzählstränge, die isoliert
betrachtet besser als Teil der Gesamtkomposition funktionieren.
Verwirrend erscheinen zunächst die, auf den ersten Blick voneinander
unabhängigen Rückblenden (Krieg, Frau und Flucht) bzw. die
albtraumhaften Filmsequenzen, die verstörend und empathisch zugleich
wirken. Das stürmische Wetter
spielt am Anfang der Handlung eine überaus wichtige Rolle. Gemeinsam
mit dem spartanisch eingesetztem Film-Noir Licht, bilden diese
einfachen Komponenten die Grundvoraussetzungen für die lebhafte wie
gruselige Atmosphäre auf der mysteriösen Insel, welche die innere
Zerrissenheit und Hoffnungslosigkeit der Patienten widerspiegeln.
Manchmal aber wirken einfach zu viele visuelle Eindrücke auf den
Zuschauer ein und man bleibt mit dem Gefühl zurück, den Faden der
Geschichte allmählich zu verlieren. Leider verliert der erzählstarke
„Überlänge-Film“ (typisch fur Scorsese) im Hauptteil zeitweise seinen
Fokus auf den Kern der Geschichte. Sehr gut hingegen gelungen ist der
minimalistische wie eindringliche Score sowie die visuell
beeindruckende und vielschichtige Bildkomposition ausgezeichnet durch
spektakuläre Kamerafahrten, klaustrophobische Nahaufnahmen und
eindringliche Zeitlupeneffekte. Der Film steht und fällt zweifelsohne mit seinem Hauptdarsteller. DiCaprio schafft es problemlos der vielschichtigen Figur des Detectives Teddy Daniels Leben einzuhauchen und das oftmals mit nur simplen schauspielerischen Mitteln. Sein an die Seite gestellter Polizeikollege Mark Ruffalo dient vorwiegend als Stichwortgeber. Dies ist aber in erster Linie seiner stereotypen Rolle zu verschulden und nicht seiner dargebotenen schauspielerischen Leistung. Ben Kingsley ruft wie gewohnt sein breites Schauspielreportoire ab. Das Cast ist durch die Bank gut besetzt, lediglich Michelle Williams kann in Ihrer Rolle als Ehefrau von Leonardo DiCaprio nicht wirklich überzeugen und wirkt überwiegend farblos. Resümee: Der Meisterregisseur Scorsese setzt, seit seinem damals hochgelobten, aber von der Oscar-Jury nicht berücksichtigten Drama „Taxi Driver“, abermals bewusst auf eine präzise ausgearbeitete Atmosphäre, nimmt sich dabei einige Filmklassiker zum Vorbild und abstrahiert daraus einen modernen, mit Film-Noir Elementen bestückten Thriller mit vielen gewollten Verwirrungen und Wendungen. Scorsese ist mit „Shutter Island“ zwar kein neues Meisterwerk gelungen, aber durchaus ein sehr unterhaltsamer und spannender Psychothriller für den mitdenkenden und wendungsaffinen Zuschauer. Shutter Island | ||
