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von Thorsten Boese
Christoph Waltz ist Bester Männlicher Nebendarsteller First Things first: Nachdem Christoph Waltz letztes Jahr international über 25 Mal diesen Preis für seine herausragende Leistung in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ an sich nehmen durfte, war ihm der Oscar im Grunde schon vorab sicher. Seine Dankesreden richten sich alle ausschließlich an Tarantino, der bei den Oscars ansonsten leer ausging.
„The Hurt Locker“ hat von seinen 9 Oscarnominierungen 6 in die entsprechende Statuette verwandeln können und verwies den ebenso oft nominierten „Avatar“ auf den zweiten Platz. Obwohl dieses Jahr so viele Filme, wie schon seit 1944 nicht mehr (damals gewann „Casablanca“), in das Rennen um den Besten Film gingen, nämlich 10 anstatt der üblichen 5 Nominierten, spitzten sich doch gerade in der letzten Woche die Diskussionen um den möglichen Gewinner auf „Avatar“ und „The Hurt Locker“ zu. Angefacht von dem Ausschluß eines der Hurt Locker Produzenten von der Preisverleihung, weil er per E-Mail bei den Juroren gegen Avatar Stimmung gemacht hatte, tauchten alle anderen Nominierten unter die mediale Wahrnehmungsschwelle. Darunter so hochkarätige Filme wie „Inglourious Basterds“, „District 9“, „A Serious Man“ und das für die Oscars wohl viel zu sperrige autobiographische schwarze Missbrauchsdrama „Precious“, der letzte Woche bei den Independent Spirit Awards groß abräumte. Neben dem Oscar für den Besten Film gewann Kathryn Bigelow für ihr Irakkriegsdrama aus Sicht eines US-Bombemräumkommandos, „The Hurt Locker“, als erste Frau in der Geschichte der Academy Awards den Preis als beste Regisseurin. Weitere Oscars erhielt der Film für den Besten Schnitt, Besten Sound, Bestes Sound-Editing und das Beste Original-Drehbuch. „Avatar“ hingegen bekam lediglich die Trophäen für die Beste Kameraarbeit, Art Direction und Visual Effects.
Der Beste Fremdsprachige Film wurde hingegen vieler Erwartungen nicht Michael Hanekes „Das weiße Band“, der ebenfalls für die beste Kameraarbeit nominiert war. Haneke macht in Interviews immer wieder klar, dass für ihn der wichtigste Preis als Künstler die Goldene Palme aus Cannes ist und die hat er längst gewonnen. Er ist definitiv einer der großen internationalen Filmschaffenden, doch kann er weder etwas mit Hollywood anfangen, noch Hollywood mit ihm. Sein fehlgeleitetes US-Remake von „Funny Games“ machte das mehr als deutlich. Insofern ist es um diese übergangene Auszeichnung nicht schade. Verdient hätte die Auszeichnung allerdings Jacques Audiards „Un Prophete“, ein Knast- und Gangsterdrama, das das gesamte Genre neu definiert und ebenfalls in Cannes punkten konnte. Dort gewann er den Großen Preis der Jury. Den Preis in Empfang nehmen konnte hingegen der argentinische Regisseur Juan José Campanella für seinen Film „El secreto de sus ojos“. Bester Animationsfilm wurde Disney/Pixars „Oben“ und stach damit ebenfalls hochkarätige Konkurrenten aus. Wes Andersons „Fantastic Mr. Fox“ zum Beispiel und den britischen „Coraline“. „Oben“ bekam ebenfalls die Auszeichnung für den besten Soundtrack. Bester Animierter Kurzfilm wurde „Logorama“, der sich durch ein Universum von Warenzeichen schlängelt. Bester Kurzfilm wurde „The New Tenants“, Beste Kurzdoku „Music by Prudence“, Beste Doku „The Cove“. Bleiben noch Bestes Makeup für "Star Trek” und Bestes Kostümdesign für „The Young Victoria“. Bilder: © A.M.P.A.S. | ||||


