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von Dimitrios Papatheodorou; Bilder: Conny Jäckel, AVFD
Die Bilanz der japanischen Nationalmannschaft ist beeindruckend: Ihre letzten Gegner schickten sie jeweils mit 48:0 Punkten nach Hause, und bei der letzten WM mussten sie sich nur knapp der Nationalmannschaft der USA – immerhin das Heimatland des American Football – geschlagen geben. Keine leichte Aufgabe also für das deutsche Team, das neben einer terminlich problematischen Vorbereitungsphase auch noch den Ausfall zahlreicher Spieler zu bewältigen hatte. Der Spielauftakt schien auch gleich die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen: Nach dem Kickoff konnten die Gäste den Ball bis in die deutsche Red Zone tragen, wo Roman Solovij den Ballträger nur um den Preis eines Fouls stoppen konnte. Von der 4-Yard-Linie war es dann für den japanischen Quarterback Tetsuo Takata ein leichtes, einen Touchdown-Pass auf den Star-Spieler Noriaki Kinoshita zu landen. Nach dem Extrapunkt lag die deutsche Nationalmannschaft nach nur vier Minuten bereits mit 0:7 in Rückstand. Deutschlands Offensive um Quarterback Joachim Ullrich und Running Back Patrick Scott bemühte sich zwar redlich, konnte jedoch vor allem in der ersten Halbzeit wenig ausrichten. So war es denn auch bezeichnend, dass der vorläufige Ausgleich durch einen Defensivspieler erzielt wurde. Nach einem geblockten Field-Goal-Versuch der Gäste konnte Defensive Back Mario Schmitt den Ball aufnehmen und bis in die gegnerische Endzone tragen. Japan spielte zwar mit viel Elan, wobei sowohl auf die sehr beweglichen Running Backs als auch auf gutes Passspiel gesetzt wurde, konnte jedoch in Nähe der Endzone immer weniger gegen die solide deutsche Defensive erreichen. So wurde ein weiteres Field Goal verschossen, und beinahe sah es so aus, als könnten die Deutschen den favorisierten Gästen ein sensationelles Unentschieden zur Halbzeitpause abringen. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff konnten die Gäste jedoch ein weiteres Mal bis an Deutschlands 10-Yard-Linie vordringen. Dort wurde der Angriff jedoch wiederum gestoppt, doch diesmal ließ sich Kicker Kazuya Togura die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte das Field Goal zum Pausenstand von 10:7.
Die deutsche Nationalmannschaft hat sich angesichts der Schwierigkeiten bei der Vorbereitung gut präsentiert. Die Verteidigung stand im Allgemeinen gut und konnte häufig vor allem die Laufversuche der schnellen und agilen Japaner zum Stehen bringen. Die Offensive konnte hingegen nur bedingt überzeugen, erst gegen Spielende wurde eine gewisse Beherrschung der Räume erkennbar. Während Japans Head Coach die Qualitäten der Gastgeber lobte, bezeichnete Deutschlands Defensive Coordinator das Spielverhalten der eigenen Mannschaft bei ungünstigen Feldpositionen als Problem, an dem es noch zu arbeiten gelte. Insgesamt sei er mit dem Spiel zufrieden, das ein wichtiger Gradmesser für die anstehende Europameisterschaft in Österreich, wo er den Gegnern aus der Alpenrepublik einen harten Zweikampf in Aussicht stellte. Der deutsche und der japanische Football-Verband planen, den German-Japan-Bowl zu einer festen Institution zu machen. Geplant sind Begegnungen im Vier-Jahres-Rhythmus, entsprechende Finanzierung vorausgesetzt. Doch Deutschland und Japan können bereits bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr wieder aufeinandertreffen, und mit Sicherheit werden beide Teams die Erkenntnisse aus diesem Bowl zur optimalen Vorbereitung nutzen. Spielverlauf:
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