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Einfach gelungen: Gregorian "Masters of Chant Chapter VI"

von Michael Vaupel

Ach, Danke, Frank Peterson! Der 43jährige Hamburger (voriges Projekt: "Enigma") ist der Kopf und Gründer von "Gregorian" - und hat damit ein wirklich einzigartiges Projekt geschaffen. Und zwar einzigartig gut!

Gregorian, das sind 12 Sänger im Mönchsgewand, die bekannte Songs der letzten Jahrzehnte auf eine Jahrhunderte alte Weise vortragen: Im gregorianischen Choral. Dieser Crossover der besonderen Art hat seinen ganz eigenen Charme, und der in der Pressemitteilung abgedroschene Begriff "Gänsehautfeeling" passt hier in der Tat.

Mittlerweile handelt es sich um den sechsten Longplayer der singenden Mönche. Nahezu jedes Jahr eine Neu-Veröffentlichung. -Ist das Thema nun langsam "durch"?- Das waren meine ersten Gedanken. Doch das Gute ist, und das wird auch Frank Peterson freuen: Gregorian haben bei der Auswahl der Lieder, welche sie covern, eine gewaltige Auswahl. Gut, das zu covernde Lied muss mit den musikalischen Gesetzen der Gregorianik kompatibel sein. Doch wenn das der Fall ist, dann sind der Auswahlmöglichkeit fast keine Grenzen gesetzt: Pop-Musik, Darkwave, klassische Rock-Musik, sogar Metal - aus diesen Bereichen stammen die Lieder, welche Gregorian covern.

Dieser Longplayer nimmt sich nun Pop- und Rockmusik der letzten beiden Jahrzehnte vor. Von Lenny Kravitz über Eurythmics, von Sinead O`Connor bis hin zu Joan Osborne. Auch zwei Eigenkompositionen sind dabei.

Und, was soll ich sagen: Das Konzept geht erneut auf! Dadurch, dass es sich bei den Originalversionen um allgemein bekannte Lieder handelt, kommt direkt ein "Ach"-Erlebnis auf: Ach, wie interessant die singenden Mönche das interpretieren! Die Mönche sind überall dort stark, wo sie sich selbst treu bleiben: Also den gregorianischen Gesang in den Vordergrund stellen, und nicht die Instrumente. Und so den gecoverten Songs ihren eigenen Charakter aufprägen, sie damit uminterpretieren, neue Aspekte betonen.  

Eine Freundin von mir meinte, sie mag Gregorian sehr - doch sie könne sich die Musik nicht lange anhören, dann würde sie melancholisch und in Gedanken oder Tagträumen versinken. Recht hat sie, und: Genau deshalb höre ich Gregorian. Und werde sie mir auf ihrer "Christmas Tour 2007" hoffentlich live ansehen/hören.

Tracklist:
1. Guide Me God
2. Miracle Of Love
 3. Dreams
4. The Circle
5. Mad World
6. Mercy Street
7. Believe In Me
8. One Of Us
9. Who Wants To Live Forever
10. Crying In The Rain
11. Greensleeves
12. Joga
13. A Time Has Come
14. Fix You

Gesamtspielzeit: ca. 71 Minuten