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von Kerstin Helbig
Wie bist du ans Comicschreiben gekommen? Ich wurde eigentlich eingestellt, um die Texte auf der Rückseite der Tradingcards zu schreiben (das erste "Wild C.A.T.S" trading card set von Topps). Diesen Job bekam ich durch ein paar Kurzgeschichten und journalistische Sachen, die ich geschrieben hatte. Danach schrieb ich die Texte für die "WildC.A.T.S" and "StormWatch"-Source-Bücher und schließlich durfte ich mich an dem Schreiben von Comic-Scripten probieren, die schon geplottet und gezeichnet waren. Die ersten zwei waren "Union #2" und "Gen13 #2." Meine erste komplett eigene Comicstory war eine Back-up-Story in "Wild C.A.T.S #9", und von da an pitchte ich, wo ich nur konnte. Welche Tipps würdest du Newcomern geben? Es hilft immer, Comics zu lesen - viele Comics, vor allem von den Verlegern, für die ihr schreiben wollt . Aber es ist auch wichtig, andere Sachen zu lesen - Romane, Historisches, Philosophisches etc. Nichts ist langweiliger als eine Comicstory, die von jemandem geschrieben wurde, der nur Comics gelesen hat, weil derjenige nichts neues in seine Geschichten einbringt. Ein Autor mit einem breiteren Hintergrund wird mehr frische Ideen haben und damit wahrscheinlich die besseren Comics schreiben. Wenn jemand gerne für ein bestimmtes Projekt ( z. Bsp. "X-men" oder "Angel" etc.) schreiben möchte, wo sollte er anfangen? Man kann eigentlich nie ganz oben anfangen, es sei denn, man ist schon ein erfolgreicher Romanautor, Drehbuchautor oder ähnliches. Um sich zu einem Traumprojekt hochzuarbeiten, muss man ganz unten anfangen und Geschichten für kleine Verleger oder Back-up-Geschichten für die größeren Verleger schreiben. Angehende Autoren sollten versuchen, Comic-Conventions zu besuchen, wo sie Herausgeber von Angesicht zu Angesicht treffen und so herausfinden können, wonach bei neuen Autoren genau gesucht wird. Man kann es auch per Post oder Online versuchen, aber es hilft, eine persönliche Beziehung zu den Herausgebern, Verlegern etc aufzubauen, so dass sie wissen, wer ihr seid. Jeder Comiceditor erstickt Tag für Tag in den Zusendungen von Autoren, die sie nicht kennen, egal, ob sie gut oder schlecht sind. Wenn sie einen Autor getroffen haben, ist es wahrscheinlicher, dass sie dessen Sachen oben auf den Stapel legen und nicht ganz unten im Stapel verschwinden lassen. Nachdem er es geschafft hat, bei kleineren Verlegern oder Back- up-Geschichten zu schreiben, muss der Autor dabeibleiben, und Story für Story eine Geschichte abliefern, die gut, interessant, unterhaltend und reich an Charakteren ist, in die sich der Leser hineinversetzen kann. Wenn man das schafft, dann kann man sich allmählich zu dem Traumprojekt hocharbeiten, das man von Anfang an im Auge hatte. Haben Comic-Scripte eine bestimmte Form, in der sie geschrieben sein müssen? (So etwas wie Normseiten für Romanmanuskripte etc) Esbt keine bestimmte Form - jeder Autor hat größtenteils seine eigene Art; es gibt aber ein paar Sachen, auf die man achten muss. Was wird von Panel zu Panel geschildert? Was wird in einem Panel gesprochen? etc. Am einfachsten ist es, online nach Beispiel- Skripten zu suchen, um zu sehen, wie unterschiedlich Autoren an das Format herangehen. Gibt es eine bestimmte Software für Comicautoren? (so etwas wie Final Draft für Screenwriter) Soviel ich weiß, nicht. Manche Autoren benutzen Final Draft, aber das kann auch zum Problem werden, da die Verleger nicht immer die Software haben und deshalb oft die Dateien nicht öffnen können. Meistens benutzen Comicautoren ein normales Word Processor Programm wie Microsoft Word. Was sind die größten Fehler, die man beim Comic schreiben machen kann? Viele Anfänger glauben, dass es clever ist, eine Version eines Charakters zu kreieren, die ungefähr so schon da gewesen ist - wie zum Beispiel für DC Comics, da kreieren sie einen Bösewicht, der einen arg an "X-men" Bösewicht Magneto erinnert. Anstatt mit dem Wissen zu beeindrucken, das sie über bestimmte Comics haben, würden sie eher damit beeindrucken, wenn sie einen komplett neuen Bösewicht kreieren könnten, der genauso interessant ist wie Magneto. In Teil 2 erzählt Jeff Mariotte wie er an eine Story herangeht und gibt Tipps worauf man bei einer Story achten sollte. | ||
