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Cologne Centurions: Alles oder nichts

von Dimitrios Papatheodorou; Fotos: Sandra Scherning, City-Press

Der erkrankte Kölner Head Coach David Duggan wird bereits am Samstag noch vor dem Spiel gegen Frankfurt die Heimreise in die USA antreten. Trotz der schwierigen Situation müssen sich die Cologne Centurions auf die bevorstehende Aufgabe konzentrieren, denn die NFL Europa ist derzeit so spannend wie noch nie. Am letzten Spieltag kämpfen mit Hamburg, Frankfurt und Köln drei Teams um den Einzug in den World Bowl, und noch steht kein Finalteilnehmer fest – eine Premiere.

Die Hamburg Sea Devils haben in diesem Rennen allerdings die besten Karten. Nur, wenn das Auswärtsspiel in Düsseldorf verloren geht und gleichzeitig die Partie Köln gegen Frankfurt unentschieden endet, ist das Überraschungsteam der Saison 2007 aus dem Rennen. Für die Centurions und Titelverteidiger Galaxy ist dagegen ein Sieg Pflicht, was der Begegnung in der Commerzbank-Arena eine besondere Brisanz verleiht. Frankfurt hat in dieser Spielzeit noch kein Heimspiel verloren, während die Centurions alle Auswärtsspiele für sich entscheiden konnten. Mit derartigen Spökenkiekereien kann der Kölner Interimstrainer John Lyons jedoch nichts anfangen: „Wir beschäftigen uns nicht mit solchen Dingen. Wir konzentrieren uns ausschließlich darauf, das Spiel zu gewinnen.“ Es gilt, das insgesamt starke Spiel der Galaxy zu neutralisieren. „Entscheidend ist, dass Frankfurt eine erstklassige Turnover-Rate hat. Es ist bezeichnend, dass die verbliebenen World-Bowl-Kandidaten auch die besten Teams sind, was die Turnovers anbelangt“, sagt Lyons.

In Frankfurt wird zudem die beste Offensivmannschaft der Liga der besten Defensivabteilung gegenüberstehen. Interessant dürfte werden, wie die traditionell starke Kölner Passverteidigung auf J.T. O’Sulllivan reagieren wird, den derzeit erfolgreichsten Quarterback in der NFL Europa. In Frankfurt setzt man in erster Linie auf seine Pässe, um das Spiel voranzutreiben. Wenn die Secondary der Centurions funktioniert, könnte es gelingen, Galaxy unter Kontrolle zu halten. Derweil wurde Kölns Quarterback Erik Meyer für seine Leistung im Spiel gegen die Admirals zum Offensivspieler der Woche gewählt.

Für Tight End und NFLE-Veteran Werner Hippler wird es das 106. Spiel seiner Karriere und gleichzeitig letzte Spiel einer regulären Saison werden. Bereits beim letzten Heimspiel vor einer Woche wurde Hippler von den Emotionen übermannt und war zu Tränen gerührt. Nun geht es zum Abschied noch einmal an die Stätte seiner größten Erfolge. Mit Frankfurt Galaxy gewann der 37-Jährige drei Mal den World Bowl. „Ich habe nicht vor meine Laufbahn mit einer Niederlage zu beenden. Nicht diesen Samstag und nicht am 23. Juni. Wir wollen gegen mein ehemaliges Team unbedingt gewinnen und darauf schwört sich unser Team seit Tagen ein“, erklärt Hippler. Er und seine Mannschaftskameraden haben es in der Hand, den endgültigen Abschied noch um eine Woche herauszuzögern und Werner Hippler in seinem 107. Spiel zu seinem vierten World-Bowl-Ring zu verhelfen.