| | von Dimitrios Papatheodorou; Fotos: Sandra Scherning
Die Cologne Centurions haben sich standesgemäß für diese Saison aus dem RheinEnergie-Stadion verabschiedet. Mit 31:13 besiegten die Kölner die Amsterdam Admirals und bewahrten sich so die Chance auf den Einzug in den World Bowl.
Zunächst erlebten die Gastgeber jedoch einen holprigen Start. Der sehr sehenswerte erste Drive der Centurions endete mit einem vierten Down an Amsterdams 17-Yard-Linie. Head Coach David Duggan schickte das Kicking Team aufs Feld, doch Nick Novak verfehlte das Tor und so blieb es beim 0:0. Die Admirals, in dieser Saison stark bei Pässen, setzten auch diesmal auf den Wurfarm ihres Quarterbacks Drew Olson, und die Centurions hatten zunächst Schwierigkeiten, sein Passspiel zu kontrollieren. Die Gäste verwandelten schließlich ein 49-Yard-Field-Goal zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung. Zu Beginn des zweiten Viertels mussten die Centurions am Ende eines erfolglosen Drives punten. Joel Stelly kickte über 54 Yards bis an Amsterdams 14-Yard-Linie, doch es gelang dem japanischen Wide Receiver Noriaki Kinoshita, den Ball über insgesamt 86 Yards bis in Kölns Endzone zum Touchdown zu tragen. Etwas Ähnliches war bereits im Heimspiel gegen Berlin passiert, und die 12.878 Zuschauer befürchteten bereits Schlimmes. Doch bereits im direkten Gegenangriff führte Quarterback Erik Meyer seine Centurions in die gegnerische Hälfte und landete einen Touchdown-Pass über 35 Yards auf Tight End Tony Curtis. Wiederum im direkten Gegenzug gelang es Safety Kevin House, einen Pass von Corey Bramlet abzufangen und bis an Amsterdams 28-Yard-Linie zu tragen. Von dort aus arbeitete sich die Kölner Angriffsreihe mühsam bis unmittelbar an die Endzone heran. Es war schließlich an Derrick Ross, den Ball die entscheidenden Zentimeter über die Linie zu drücken. So endete die erste Halbzeit mit einem Touchdown für die Centurions und einem Zwischenstand von 14:7.
Im dritten Viertel gelang es beiden Abwehrreihen, den Gegner soweit zu bremsen, dass es auf beiden Seiten nur zu jeweils einem Field-Goal-Versuch reichte. Doch in beiden Fällen waren die Kicker erfolgreich, und so gingen die Teams bei einem Stand von 17:13 aus Sicht der Kölner in das entscheidende letzte Viertel. Dies sah die Kölner zu Beginn direkt in aussichtsreicher Position, nachdem ein 43-Yard-Pass von Erik Meyer auf Burl Toler und einige gute Laufspiele von A.J. Harris die Centurions bis an die gegnerische 3-Yard-Linie geführt hatten. Dort bewies Meyer ein weiteres Mal seine Klasse, als er, erneut einem drohenden Sack davonlaufend, gegen seine Laufrichtung kurz auf Burl Toler warf, der den Pass zum Touchdown fangen konnte. Die Admirals konnten den Kölnern nun kaum noch etwas entgegen setzen. Ihr Passspiel war nun zunehmend der Gegenwehr der Kölner Hintermannschaft ausgesetzt, die insgesamt 13 Pass Deflections verbuchen konnte. Hinzu kamen unnötige Fehler. Ein Puntversuch wurde völlig verpatzt, als Longsnapper Cole Downer den Snap zu hoch ansetzte und den Ball schlicht über Punter Glenn Pakulak hinwegwarf. Die Centurions hingegen gaben sich mit ihrer Führung nicht zufrieden, sondern griffen noch einmal an. Erik Meyer krönte eine weitere ausgezeichnete Leistung (Quarterback Rating: 138,1) mit seinem dritten Touchdown-Pass, diesmal über 20 Yards auf Tight End Bobby Blizzard. Nach dem Extrapunkt stand es nun 31:13, doch auch die Gäste durften noch einmal angreifen. In einem langen Drive stießen sie noch einmal in die Kölner Red Zone vor. Doch eine Interception durch Kevin Curtis beendete alle Hoffnungen der mitgereisten niederländischen Fans. Die Centurions spielten die verbleibenden Minuten souverän herunter und konnten sich am Ende über einen verdienten Heimsieg freuen.
Diese Freude wird jedoch ein wenig von Sorge um Kölns Head Coach David Duggan getrübt. Duggan musste kurz vor Spielende wegen Kreislaufbeschwerden ins Krankenhaus gebracht werden, wo er zunächst gründlich untersucht wurde und zur Beobachtung verblieb. Ersten Informationen zufolge handelt es sich hierbei jedoch um reine Vorsichtsmaßnahmen, der allgemeine Zustand des Kölner Cheftrainers soll den Umständen entsprechend gut sein.
Amsterdams Head Coach Bart Andrus, dessen Mannschaft nunmehr endgültig aus dem Rennen um den World Bowl ausgeschieden ist, lobte seine Spieler als „gute Truppe“, beklagte aber, dass er aufgrund einiger Verletzungen nur ein Team aus jungen Spielern zusammenstellen konnte, das zu unbeständig spiele. „Im Training sind wir sehr gut, im Spiel leider nicht“, so Andrus. Sein Gegenüber, der Kölner Defensive Coordinator John Lyons, sprach in Vertretung für den erkrankten David Duggan von einem „wichtigen Sieg für uns. Wir standen mit dem Rücken zur Wand und mussten unbedingt gewinnen. Anfangs hatten wir ein paar Probleme, doch das Team hat sich reingehängt und nicht aufgegeben.“ Der Kölner Geschäftsführer Hauke Wilkens zeigte sich nach dem letzten Heimspiel der Saison insgesamt zufrieden. „Wir haben mit 14.352 Zuschauern knapp den besten Schnitt unserer Geschichte erreicht. Außerdem merken wir, dass die Zuschauer mehr und mehr von Football verstehen, und das ist uns ganz wichtig“, so Wilkens.
Kommende Woche steht ein echtes Endspiel an, wenn die Centurions nach Frankfurt fahren. Beide Teams brauchen einen Sieg, um in den World Bowl einzuziehen. Die Kölner dürfen sich dabei allerdings keine Schwächen wie in der letzten Woche gegen die Sea Devils oder im ersten Viertel dieser Partie mehr leisten. In der Commerzbank Arena wird sich endgültig zeigen, ob die „Feldherren des Football“ das Zeug zum Champion haben.
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