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von Christine Schauerte
Seit einigen Jahren jedoch wird das überreiche Angebot noch verstärkt durch die einzigartige KunstFilmBiennale, ein Filmwettbewerb, der seit 2002 unter (der) Mitarbeit des Museums Ludwigs stattfindet. Es ist eine einzigartige Mischung aus Ausstellung und Filmfestival und der wichtigste deutsche Film-Nachwuchspreis. Teilnehmen können Filme von bildenden Künstlern, dokumentarische Filme über bildende Künstler und Spielfilme, die bildende Kunst zum Thema haben. Inhaltlich und formal sind den Wettstreitern also keine Grenzen gesetzt. Es kann alles geben von narrativ und experimentell bis hin zu dokumentarisch. Solchermaßen bildet dieses Festival einen Brückenschlag zwischen bildender Kunst und Kino. Die gezeigten Arbeiten reflektieren die aktuelle Lebendigkeit der Kunstszene, vor allem aber illustrieren sie auch die wachsende Bedeutung für die Erneuerung der Kinos, denn ohne die technischen und visuell-schöpferischen Experimente der Filmemacher wäre die Popularität von Hollywoodkino, Fernsehspiel und Dokumentationen undenkbar.
Eine Fülle von insgesamt fünf Welturaufführungen wurden dem filmbegeisterten Publikum geboten, darunter auch „Kippenberger – Der Film“, eine liebevolle Biographie über den Künstler Martin Kippenberger inszeniert von Jörg Kobel. Bereichernd war auch die Werkschau von Jochen Kuhn, der bereits für seinen Kurzfilm „Neulich 3“ bei den Kurzfilmtagen Bamberg 2004 einen Preis erhielt und nun mit seinen Gesamtkunstwerken aus Zeichnung, Musik und Text, viel Gespür für die Abgründe des Alltags demonstriert. Die Schwerpunkte dieser Biennale waren „Die letzten Paradiese“, „Identitätsfindung“, „Utopie und Wahnsinn“, „Künstlerschicksal“, „Spurensuche“, „La Boheme“, „Tagebücher“, „Exotica“, „Körpermaschine“, „Kunstansichten“, „Wahrnehmungsprozesse“, „Bildsprachen“ und „Hommage ans Kino“. Innerhalb dieser Themenstellung konkurrierten rund 60 Filme, von insgesamt über dreihundert eingereichten Arbeiten junger deutscher Filmemacher, um den mit 15.000 Euro von der Filmstiftung NRW dotierten Preis. Bedient wurden alle Genres. Vom Science-Fiction-Film ohne Spezialeffekte (Marine Hugonnier mit THE LAST TOUR) über die Auferstehung des Surrealismus (Bady Mick mit LA BELLE EST LA BÊTE) bis zum Teenagerfilm (Anna Gaskell mit ERASERS).
Gewinner des internationalen Wettbewerbs der diesjährigen KunstFilmBiennale Köln erhielt letztendlich der 39jährige polnische Künstler Artur Zmijewski mit seinem Beitrag „Repetition“ (Probe). Eine eindrucksvolle, mit versteckten Kameras gedrehte Neuinszenierung eines Gefängnisexperiments. In fünf verschiedenen Veranstaltungsorten verfolgten über 3.500 Zuschauer fünf Tage lang interessiert, die zum Teil ausverkauften Vorstellungen der Filme von und mit bildenden Künstlern und ließen sich von ihren Bildern und Darstellungen berühren und faszinieren. Die KunstFilmBiennale Köln ist eine Veranstaltung der SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln Bonn und der Stadt Köln, in Kooperation mit der Imhoff Stiftung und der Kunststiftung NRW. Weitere Partner sind das Museum Ludwig, Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, Kölnischer Kunstverein, Art Cologne und die Kunsthochschule für Medien Köln. www.kunstfilmbiennale.de | ||||


