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Prag für Anfänger

von Stephanie Kern
  

Das war mein erster Last-Minute-Urlaub. Wir haben erst eine Woche vorher Flug und Youth-Hostel gebucht, was problemlos und günstig war. Prag ist also auch etwas für Kurzentschlossene. Sonst hat die Stadt allerdings wenig mit einem typischen Last-Minute-Reiseziel gemeinsam, sieht man mal von den vielen Touristen ab. Als erstes würde ich jedem empfehlen, direkt am Flughafen ein Mehr-Tages-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr zu kaufen. Ein Wochen-Ticket gibt es für 280 Kronen, also etwa neun Euro; damit spart man sich das lästige tägliche Ticketlösen. Das sogenannte „Prag-Ticket“, das von manchen Reiseveranstaltern für 35 Euro angeboten wird, lohnt sich nicht: Es gilt nur für drei Tage, zwar für den öffentlichen Nahverkehr, aber nicht für alle Museen. Zudem liegen die Eintrittspreise für Studenten zwischen 20 und 200 Kronen (60 Cent bis 6,60 €), und für die teureren Museen bekommt man ein Kombipaket, in dem beispielsweise alle Eintrittspreise auf der Prager Burg zusammengefasst sind (St.-Veitsdom, Museen, Kirchen, Goldgässchen, Pulverturm). In drei Tagen gibt man also kaum mehr als 35 Euro aus.
Von den Museen hat mir vor allem das Technische Museum gefallen. Dort gibt es einige wunderschöne Oldtimer und einen Musterstollen einer Kohlengrube, den man mit einer kostenlosen Führung begehen kann. Auch den Vyšehrad sollte man sich nicht entgehen lassen: Auf dem Moldaufelsen im Süden der Stadt war zeitweise der böhmische Herzogs- bzw. Königssitz. Die Peter-und-Paul-Kirche ist wohl einzigartig: Außen gotisch gestaltet und innen neugotisch im Jugendstil ausgeschmückt. Von hier aus bietet sich auch ein schöner Blick über die Stadt.

Eine noch bessere Aussicht hat man vom ‚Eifeltürmchen’ auf dem Petrsín, einem Hügel neben der Prager Burg. Der Turm ist eine Kopie des Originals in Paris, allerdings nur 60 Meter hoch. Zusammen mit der Höhe über NN des Standorts befindet sich die Aussichtsplattform aber in derselben Höhe wie die echte in Paris. Hier gibt es allerdings keinen Aufzug, deshalb braucht man eine gute Kondition. Die braucht man ohnehin, weil das öffentliche Verkehrsnetz zwar gut ausgebaut ist, man beim Besichtigen aber trotzdem viel zu Fuß geht, sodass abends die Füße schmerzen. Während unseres Aufenthalts war das tolle Wetter aber Entschädigung genug.

Noch ein paar Tipps zum Schluss: Geld sollte man nicht in der Bank, sondern in einer Wechselstube wechseln. Diese nehmen nämlich oft keine Gebühren und bieten zudem noch einen besseren Kurs; 30 Kronen für einen Euro sind ein günstiges Verhältnis. Souvenirs findet man auf dem Havelmarkt in der Altstadt. Neben viel Kitsch gibt es hier auch sehr schöne und günstige Sachen.

Die Preise fürs Essengehen sind ein bisschen niedriger als bei uns, aber dafür sind die Portionen oft sehr klein. Also lieber noch Beilagen bestellen – und nicht am Altstädter Ring essen, dort bezahlt man den Touristenaufschlag.

Insgesamt lohnt sich ein Besuch Prags aber auf alle Fälle, vor allem, weil er auch für Studenten erschwinglich ist.